Egeln l Die Stadt Egeln hat nicht zuletzt aus finanziellen Gründen den Umbau und die Sanierung des städtischen Busbahnhofes verschoben. Das eigentlich in der näheren Zukunft geplante Bauvorhaben wird auf das Ende des Jahrzehnts verschoben, hatte Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) bereits vor einigen Wochen erklärt. Nach den Planungen der Finanzverwaltung wird das Bauvorhaben in der Umsetzung nicht ganz preiswert. Mit rund 900 000 Euro, so der Haushaltsansatz in der mittelfristigen Finanzplanung, sei zu rechnen. Dabei benötigt die Kleinstadt in der Zukunft wohl kaum noch einen großen Busbahnhof mit vielen Bussteigen, räumt der Bürgermeister ein.

Immer weiter werde das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs ausgedünnt, klagt nicht nur Luckner. Ebenso ärgert sich immer wieder Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr über das ständig schwindende Angebot. Mit dem nächsten Fahrplan, sagte er, plane der Kreis die wenigen Verbindungen noch weiter zu reduzieren. Wer mit dem Bus nach Bernburg beispielsweise einen Weg zum Amt zu erledigen habe, für den sei es nicht einfach, in die Kreisstadt zu kommen. Für viele Busbewegungen sorgt vor allem der Schülerverkehr morgens und nachmittags in der Kleinstadt.

Für die älteren Einwohner, das beklagen die Seniorenvertretungen fast überall, spiele der öffentliche Personennahverkehr dagegen kaum eine Rolle, weil ein Fortkommen schwer möglich sei.

Trotzdem will die Kleinstadt den Busbahnhof in ferner Zukunft umbauen. Mit den ersten Planungen hat sich die Kommune nach den Worten von Bürgermeister Reinhard Luckner bereits beschäftigt. Die Planungen zu diesem Zeitpunkt hätten vor allem zum Ziel, sich rechtzeitig um Fördermittel zu kümmern, begründet der Bürgermeister.

Ohne finanzielle Unterstützung in Form von Fördermitteln dürfte der Umbau der Bussteige kaum für die Kleinstadt finanzierbar sein. Immer größer wird das Haushaltsloch in der Kommune. Den erst vor wenigen Wochen vom Stadtrat beschlossenen Haushalt hat die Kommunalaufsicht des Salzlandkreises inzwischen beanstandet. In den kommenden Wochen dürfte der Stadtrat seinen Haushaltsbeschluss deshalb wieder aufheben. Ohne einen Etatplan kann die Kommune aktuell allerdings nur unabweisbare Ausgaben tätigen. Investitionen sind zwar weiterhin möglich. Allerdings ist der Aufwand verwaltungstechnisch ungleich höher als mit einem bestätigten Haushaltsplan. Die Stadt hat dafür aber ebenso noch einige Jahre Zeit. Fraglich bleibt, wie viel Busse in einigen Jahren Egeln überhaupt noch täglich anfahren und wie viele Bürger rein theoretisch einen Busbahnhof noch benötigen.