Nach dürftigen Informationen zur Flüchtlingsfrage in der vorangegangenen Sitzung (wir berichteten) hatte der Verwaltungsleiter dem Verbandsgemeinderat Saale-Wipper nun etwas mehr zu berichten.

Güsten l In Güsten seien momentan vier Wohnungen mit Flüchtlingsfamilien belegt - drei von der Bernburger Bau- und Wohnungsgesellschaft, eine private - erklärte Steffen Globig den Räten. "Der Landkreis braucht mehr solchen Wohnraum - vorrangig für Familien, denen man Gemeinschaftsunterkünfte nicht zumuten möchte", so der Rathauschef. Das betreffe allerdings die beiden Städte der Verbandsgemeinde, da Schule und Ärzte beispielsweise erreichbar sein müssten. Er möchte, dass sich auch die Kultur- und Sozialausschüsse von Güsten und Alsleben mit dem Thema befassen. Der Landkreis werbe jedenfalls für ein Lotsensystem für die Ankommenden. Von 443 Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften seien bereits 302 belegt. Der Landkreis rechne hinsichtlich des Syrien-Konflikts mit weiteren Flüchtlingen. "Die Gemeinden sollen sich verpflichtet fühlen. Diese Menschen brauchen Hilfe, auch durch Integration in Vereinen zum Beispiel", so Globig.

"Der humanitäre Aspekt würde uns allen gut zu Gesicht stehen"

Lothar Jänsch (Saale-Wipper-Fraktion) meinte: "Wenn wir die Flüchtlinge unterstützen wollen, müssen wir auch finanziell ausgestattet werden. Wie weit ist das?" Globig: "Wir sollen als Gemeinden kein Geld in die Hand nehmen. Es geht darum, dass sie soziale Akzeptanz finden - bei Nachbarn, in Vereinen - dass wir als Gemeinde- und Ortsräte ins Gespräch kommen mit ihnen."

Siegfried Westphal (Saale-Wipper-Fraktion) ergänzte mit Infos aus dem Sozialausschuss des Landkreises: "Die Mittelzentren sind hauptsächlich zuständig. Aber die Plätze reichen nicht aus. Also sind auch die Grundzentren angesprochen." Leer stehende Wohnungen müssten hergerichtet werden. "Der humanitäre Aspekt würde uns allen gut zu Gesicht stehen", appellierte Westphal noch.