Den Neubau einer Dreifeld-Sporthalle in Staßfurt stellte der Planer Harald Bohndorf von der ING-PRO Ingenieurgesellschaft mbH Egeln in der jüngsten Ratssitzung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt wird seit Jahren sehnsüchtig erwartet.

Staßfurt l Obwohl Hartmut Wiest (UWG Salzland/AfD) beantragt hatte, "keine großen Worte" zur Sporthallenplanung zu machen, "um Zeit zu sparen", fiel die Vorstellung des Objekts dann doch recht ausführlich aus. "Die neue Halle wird über eine Sportfläche von insgesamt 27 mal 45 Meter verfügen, die durch Trennvorhänge in drei Trainingsfelder von jeweils 27 mal 15 Meter unterteilt werden kann", sagte der Planer und fügte hinzu: "Dadurch können dort verschiedene Sportgruppen beziehungsweise Schulklassen gleichzeitig Sport treiben."

In diesem Haus werden insgesamt 600 Zuschauer Platz nehmen können durch ausfahrbare Tribünen im Erdgeschoss und feste Tribünenplätze im Obergeschoss. Das Verschieben ermöglicht mehr Sportfläche für den Trainingsbetrieb. Hinzu kommen weitere rund 100 Stehplätze, sagte Bohndorf.

Er verwies darauf, dass in dem Objekt, das eine Fußbodenheizung erhalten soll, insgesamt sechs Umkleidebereiche, davon zwei in behindertengerechter Ausführung, geplant werden. Entsprechend der Trainingsfelder werden je zwei Umkleidebereiche mit Waschgelegenheit Duschen und Toiletten versehen.

Hinzu kommen Zuschauertoiletten im Erd- und Obergeschoss, ein behindertengerechtes WC, Gymnastik- und Schulungsräume sowie ein Raum für prominente Gäste, Versorgungsbereich, Küche und Lager und der Technikbereich im Obergeschoss.

Auf die Bauausführung der Haupthalle eingehend, sagte Bohndorf, dass diese in Form einer Betonstützenkonstruktion mit Leimholzbindern errichtet werden soll, die mit Porenbetonelementen ausgekleidet wird.

"Dabei überspannen die Binder die gesamte Spielfeldfläche einschließlich des Zuschauerbereiches und der angrenzenden Nebenräume", so der Planer. Der zur Anwendung kommende Porenbeton hat gute Dämmeigenschaften, Betonstützen werden gedämmt und farblich abgesetzt. "Durch die gewählte Konstruktion erhält man eine kompakte Bauweise, die damit zum einen energetisch günstig und zum anderen auch kostenmäßig optimal ist", fasste Bohndorf zusammen.

Die Dachkonstruktion werde in Form eines Warmdaches erfolgen. Das habe mehrere Vorteile. Als Beispiele nannte der Planer ein geringes Eigengewicht der Dachhaut, gute Abdichtungsmöglichkeiten erforderlicher Dachaufbauten, wie zum Beispiel das Oberlicht, und eine gute Belichtungsmöglichkeit. Das sei eine ausgesprochen sichere, wärmebrückenfreie Lösung. Auf dem Dach sei eine Photovoltaik-Anlage ohne weiteres nachrüstbar.

Das als Lichtband in einer Größe von zirka drei Meter mal 34 Meter konzipierte Oberlicht soll den Einfall von mehr Tageslicht in die Halle gewährleisten, zur Einsparung von Energiekosten beitragen und eine manuelle Lüftungsmöglichkeit sowie den Rauchabzug im Brandfall ermöglichen, sagte Bohndorf.

Zur Sicherheit der Sportler soll in der Halle eine Prallwand errichtet werden, die den Aufprall auf der Wand dämmt.

Geplant werde außerdem ein Regieraum im Eingangsbereich, ein Sanitätsraum sowie eine Sprecherkabine für Sportveranstaltungen. Letztere soll in die Tribüne im Obergeschoss integriert werden.

Die nachweisbare Energieeinsparung gegenüber herkömmlichen Altanlagen gab Bohndorf mit zirka 70 Prozent an. Das soll auch durch ein perfektes Lichtmanagement erreicht werden.

Günter Döbbel (FDP/offene Liste) wies noch darauf hin, die Fachverbände des Kreissportbundes (KSB) mit in die Planung einzubeziehen. Die Gymnasium-Sporthalle sei nämlich 50 Zentimeter zu flach gebaut worden, so dass dort keine höherklassigen Spiele stattfinden könnten. Oberbürgermeister René Zok erklärte, dass der Geschäftsführer des KSB involviert sei und auch die Handballer gehört wurden.