In Schneidlingen haben Kinder und Mitarbeiter der Katharinenschule in diesem Jahr kein klassisches Märchen aufgeführt. Vorlage für ihr Theaterstück lieferte eine Erzählung des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi. Die hauseigene Inszenierung ließ den Gedanken der Weihnacht herzlich aufleben. Die gesamte Veranstaltung kam bei vielen Gästen prima an.

Von Nora Menzel

Schneidlingen l "Wunderbar. Alles wurde mit so viel Liebe vorbereitet. Ich bin begeistert", sagt Besucherin Diana Koch. Ihr Kind wird im nächsten Jahr in der Katharinenschule der Klusstiftung in Schneidlingen eingeschult. Dann wird es ganz sicher ebenfalls an den Vorbereitungen zur Adventsfeier mitwirken.

"Wir versuchen alle Mädchen und Jungen des Hauses einzubinden", erklärt Pädagoge Rainer Salzmann. Wer nicht als Darsteller auf der Bühne stehen möchte oder kann, bringe sich in irgendeiner anderen Form mit ein. Dazu zähle beispielsweise auch die Gestaltung der Kulisse.

Auch in diesem Jahr hatte sich das Foyer der Schule mit vielen selbst ausgestanzten hundert Eiskristallen, Stoffbahnen, Sternen und Kerzen in ein winterlichtes Märchenland verwandelt.

Mitglieder der hauseigenen Tanzgruppe huschten als Schneeflocken über das Parkett. Die Flötengruppe eröffnete die Darbietung. Ganz in weiß, silbern und blau schimmerte der Raum. Musik zum Träumen und besinnlicher Gesang versprühten weihnachtliches Flair.

"Wir haben uns entschieden, in diesem Jahr keine klassische christliche Geschichte zur Aufführung zu bringen", berichtet Rainer Salzmann. So sei die Wahl auf die Tolstoi-Erzählung "Wo Liebe ist, da ist auch Gott" gefallen. Die Schule fing die Botschaft ein und inszenierte sie neu. Schwere Literatur wurde am Dienstagvormittag in Schneidlingen damit federleicht. In der Aufführung ging es um Menschenliebe und Hilfsbereitschaft. "Christus wohnt in unserer Stadt, willst du ihn sehen, musst du mit deinem Herzen schauen", die Zeilen des Liedes, das alle zusammen im Anschluss sangen, hätte die Botschaft der kleinen Gala nicht besser einfangen können.

Nach dem Programm saßen die Besucher zusammen. Darunter war auch eine Klasse des Grundschulzentrums "Bördeblick". Leiterin Ines Pahl fand viele lobende Worte: "Ein tolles Programm, sehr schön. Alle haben sich solch große Mühe gegeben, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Eine tolle Sache."

Die Leiterin der staatlich anerkannten Förderschule, wo Kinder und Jugendliche mit Handicap lernen, ist Renate Littmann. Die Direktorin der Katharinenschule freute sich gestern, die Adventsfeier zu eröffnen und sagte, dass sich jedes Kind ganz intensiv auf die Veranstaltung vorbereitet hat. Das sei nicht nur mit Fleiß und Mühe, sondern vor allem sehr viel Freude verbunden gewesen.

Dankende Worte richtete Renate Littmann zudem an die Eltern der Kleinen, die das Fest als fleißige Plätzchenbäcker schon im Vorfeld tatkräftig unterstützten.

   

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