Der Wassergraben an der Egelner Wasserburg ist ein Relikt aus vergangenen Jahrhunderten. Trotzdem bedarf das System der ständigen Pflege, damit das kleine Gewässer nicht verlandet. Der Stadtrat will Klärung, wer das kostenspielige Unternehmen in die Hand nehmen soll.

Egeln l Früher hatte der Wassergraben um die Wasserburg in Egeln eine wichtige Funktion. Die Wasserbarriere war bei einem Angriff nicht so leicht zu überwinden. Das machte das Gemäuer schwer einnehmbar und aus der Sicht der Burgherren sehr sicher.

Heute geht es beim Wassergraben an der Egelner Wasserburg nicht mehr um die taktische Funktion des Gewässers. Heute hat der noch vorhandene Wassergraben vor allem die Funktion, zu zeigen, warum die Egelner Burg Wasserburg so genannt wird. Das einst künstlich angelegte Gewässer bedarf allerdings der ständigen Pflege. So breiten sich zum Beispiel Pflanzen wie Schilf unkontrolliert aus, wenn der Mensch nicht eingreift. Ein Grund, weshalb der Egelner Stadtrat jetzt den Graben in den Mittelpunkt einer Diskussion gerückt hat. Gerhard Beikirch (SPD) hatte während der Versammlung gesagt, dass er beobachtete habe, dass der Hunnengraben langsam zuwachse. Er wies ebenso darauf hin, dass ein Rohr, welches unterirdisch den Wasserstand in dem kleinen Gewässer reguliere, offenbar verstopft sei. Er hätte festgestellt, dass vor dem Rohr kein Sieb angebracht sei. Früher sei dort ein Sieb gewesen, um zu verhindern, dass Blätter und Pflanzenreste in das Rohr gespült würden und es verstopfte, sagte er weiter. "Das Rohr liegt Hundert Meter im Boden. Wenn das verstopft, bekommen wir es nie wieder frei", forderte er den Bürgermeister auf, schnell zu handeln.

Gerhard Beikirch erwähnte allerdings ebenso das Umfeld des Gewässers. Zwischen der frisch sanierten und ausgebauten Schule und der ebenfalls gut sanierten Wasserburg müsse auch der Hunnengraben gepflegt werden.

Das Ansinnen ist ehrenwert, allein es fehlt wie immer am Geld. Die Forderungen ließen sich kaum aus augener kommunaler Kraft umsetzen, dämpfte Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) nämlich anschließend gleich sämtliche Erwartungen. Der Stadt verwies auf die Finanzlage der Stadt. Vor einigen Wochen hatte die Kommunalaufsicht den Haushalt der Kleinstadt beanstandet. Denn unterm Strich erwirtschaftet die Kommune wieder einen großen Fehlbetrag. Ohne einen genehmigten Haushalt dürfe Egeln im Rahmen der Haushaltskonsolidierung aber nur nicht abweisbare Pflichtaufgaben bezahlen, wies der Bürgermeister hin. "Ist die Reinigung des Hunnengrabens eine Pflichtaufgabe", fragte er in die Stadtratsrunde. Ebenso müsse sich der Stadtrat die Frage stellen, ob die Kommune sich einen großen Pflegeaufwand für den Hunnengraben unter Hinzuziehung von Fachfirmen permanent leisten könne.

Wenn der Hunnengraben gepflegt werden müsse, könne dies in Zukunft wahrscheinlich nur durch ehrenamtlich tätige Bürger erfolgen. Eine Idee ist, die Hobbyfischer einzubeziehen und um Hilfe zu bitten. Vielleicht könnten die Angler die Stadt unterstützen und das Gewässer vom Pflanzenwuchs in einem Arbeitseinsatz befreien, so die Vorstellungen des Bürgermeisters und einiger Stadtvorderen. Schließlich werde das Gewässer in den warmen Monaten von einigen Anglern genutzt, begründeten die Volksverteter. Gespräche dazu sollen jetzt geführt werden. Allen müsse eigentlich daran gelegen sein, das Gewässer zu erhalten.