Die Staßfurter Metallgestalter-Symposien waren einst ein Muss für ostdeutsche Künstler. Dabei entstanden solche Werke wie der "Salzkristall", die "Blüte", das "Windspiel" - und gerieten fast in Vergessenheit. Nach und nach wurden diese Unikate aus ihrem Dornröschenschlaf geholt und schmücken wieder markante Punkte in der Stadt. Einige werden allerdings noch vermisst.

Staßfurt l Der "Salzkristall" von Josef Bzdok aus Magdeburg gehört wie die "Flamme" von Manfred Vollmert aus Elsterheide zum Antlitz des neu gestalteten Sperlingsbergs.

Bei der Einweihung der Bodebrücke im Sommer zeigte sich der Berliner Joachim Kühn, Erbauer des "Windspiels", froh darüber, dass sein Werk wieder einen ansprechenden Platz in der Öffentlichkeit gefunden hat.

Vor wenigen Tagen wurde nun die "Blütenplastik" von Peter Pechmann (Kreischa) in die Mitte des Kreisverkehrs am Salzlandcenter gerückt.

"Es war immer das Ziel der Stadt, einige Exponate für Staßfurt zu erhalten."

"Seit 1977 war Staßfurt das Mekka der Metallgestalter", erinnert sich Heinz-Jürgen Czerwienski, Stadtrat und einst Kulturamtsleiter von Staßfurt. "Bei den vom Verband Bildender Künstler veranstalteten Symposien fanden die Teilnehmer im Chemieanlagenbau und vom damaligen Werkleiter Dr. Joachim Lochmann von Anfang an große Unterstützung." - Bei der Versorgung mit Material, mit der vorhandenen Technik in den großen Hallen. Auch die Oberflächenbehandlung konnte hier erledigt werden.

"Die letzte der im zweijährigen Rhythmus veranstalteten Werkstätten fand im Juli 1989 statt - die wohl allerletzte dann im Juni 1996", bedauert Czerwienski etwas. Und"Es war immer das Ziel der Stadt, einige Exponate für Staßfurt zu erhalten." Die "Blütenplastik" zum Beispiel stammte vom 1. Symposium 1977.

Der als Brunnenplastik gedachte "Salzkristall" von Josef Bzdok stand zuerst vor der ehemaligen Kreispoliklinik in der Förderstedter Straße. Mit dem Abriss des Gebäudes in den 1990-er Jahren stellte die Stadt die Plastik sicher, bis sie mit Hilfe einer AB-Maßnahme auf dem alten Friedhof in der Hohenerxlebener Straße platziert wurde.

Wie Heinz-Jürgen Czerwienski sagt, sollte sie eigentlich die noch zu gestaltenden Flächen am Rathaus Leopoldshall schmücken.

Allerdings steht das Kunstwerk nunmehr am Sperlingsberg - anfangs noch sprudelnd, nunmehr leider "trocken".

Dass das "Windspiel" so viele Jahre ein verstecktes Dasein fristete, lag einfach daran, dass es aus Sicherheitsgründen nicht überall aufgestellt werden konnte, erklärt der ehemalige Kulturamtsleiter. Schließlich bestehe es aus beweglichen Teilen, die Fingern durchaus gefährlich werden könnten.

Als es einst noch auf der Freifläche von ehemals "1000 kleine Dinge" (heute Deutsche-Bank-Filiale) stand, war das offensichtlich noch nicht so schlimm. Mit dem neuen Kreisverkehr an der Bodebrücke dürfte das "Windspiel" nun aber fern von unbedachten "Zugriffen" platziert sein. Eine Ausnahme bildete lediglich die vielbeachtete, gelungene aber nur zeitweilige Lichtinstallation anlässlich des diesjährigen Flammenfests.

"Der ,Springende Fisch` vom Postring ist nicht wieder aufgetaucht."

Zwei Kunstwerke aus der Staßfurter Schaffenszeit werden allerdings noch vermisst. "Der ,Springende Fisch` vom Postring ist nicht wieder aufgetaucht, seit dem die Edelstahlplastik in den 1990-er Jahren vom Sockel gestohlen wurde", erklärt Heinz-Jürgen Czerwienski. Der silbern glänzende "Fisch" vor der alten Stadtmauer war kaum einen halben Meter hoch. Nur die Wasserschale habe noch gerettet werden können.

Und auch das Ensemble "Bodenvasen" (Hans Ruhl, Berlin), das im Foyer des einstigen Kreiskulturhauses stand, ist (noch) von der Bildfläche verschwunden. Czerwienski kann sich daran erinnern, dass es vor der Aufgabe des Hauses durch den damaligen Landkreis sichergestellt worden sei.

Tut sich noch die Frage auf, wo die überdimensionale hölzerne Hand - mit mächtigen "Diamanten" bestückt - geblieben ist.

   

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