In Groß Börnecke wird heute wieder ein ganz besonderer Nadelbaum strahlen. Er steht in der guten Stube von Frank Brauner und trägt einen nicht alltäglichen Schmuck.

Groß Börnecke l Wenn die Lichterketten an den Tannen und Fichten heute in vielen Wohnzimmern angebracht werden, haben die Brauners ihr Bäumchen in voller Pracht bereits für sich. Eigentlich ist das untypisch. Normalerweise ist das Schmücken am Vormittag des 24. Dezember auch für die Familie aus Groß Börnecke ein lieb gewonnener Brauch. Für das Foto zu diesem Artikel hat das Ehepaar aber gern eine Ausnahme gemacht.

Der Schmuck am Baum bricht indes mit keiner Tradition. Viele verschiedene Kugel strahlen bereits im Schein der Kerzen. Ihre Historie ist alles andere als jung. Die älteste Kugel gibt es wahrscheinlich schon mehr als 100 Jahre. Frank Brauner berichtet, dass er den weißen Baumschmuck von einer älteren Dame vor 15 Jahren erhalten hat. Die damals 75-jährige Frau erzählte ihm, dass sie die Kugeln von ihren Eltern geerbt hat. "Ich denke, dass sie deshalb so um 1900 beziehungsweise 1905 hergestellt wurden", schätzt der Hobbysammler aus Groß Börnecke.

Ihm ist es wichtig, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Deshalb hat auch Frank Brauner Erbstücke seiner Familie behütet. In Originalkartons haben viele verschiedene Utensilien viele Jahrzehnte überlebt.

"Ein Stück Kindheit, wenn man so will."

Ganz geblieben ist so beispielsweise ein kleiner Weihnachtsmannkopf. Der Groß Börnecker kann sich daran erinnern, dass der Bärtige aus Glas am Baum seiner Eltern hing. Damals zusammen mit fünf weiteren "Kameraden", die es heute nicht mehr gibt. Dafür viele weitere schillernde Hingucker: Trompeten, kleine Vöglein, Halbkugeln, Pfeifen. Darüber streut der heimatverbundene Groß Börnecker Bleilametta. Natürlich darf eine Baumspitze nicht fehlen.

Ein Großteil aus dem privaten Weihnachtsbaumschmuck-Fundus stammt aus den 1930er und 1940er Jahren. Viele Erinnerungen sind damit verbunden. "Ein Stück Kindheit, wenn man so will", sagt Frank Brauner. Er ist immer auf der Suche nach neuen Raritäten. Auf Flohmärkten ist er schon oft fündig geworden. Selbst bietet er Waren ebenfalls an. Er weiß die Dekoration der besonderen Art zu schätzen. Eine Tanne im modernen oder amerikanischen Stil ganz in hellblau oder rot kann er sich nicht vorstellen. Sicher, das sei Geschmacksache, meint er. Sein Herz schlage aber für das Althergebrachte. Dazu gehört natürlich auch ein entsprechender Baumständer aus den 1920er Jahren.

   

Bilder