Der Theaterförderverein hat das vergangene Jahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das teilte Vereinschefin Karin Marzahn bei der Eröffnung der ersten Veranstaltung 2015, dem Neujahrskonzert, nicht ohne Stolz mit.

Staßfurt l Ungeachtet dessen reichten die zur Verfügung stehenden Gelder nicht aus, um die Forderungen der Veranstaltungsstätten-Ordnung erfüllen zu können. Diese schreibe vor, dass Häuser mit einer Bühne, die größer sei als 200 Quadratmeter eigens einen Licht- und Veranstaltungstechniker vorhalten müssen, sagte Marzahn in einer Sitzung des Kultur- und Bildungssausschusses des Stadtrates. Dort bat sie die Stadt um weitere finanzielle Unterstützung.

Die Kommune, von der der Verein die kleine, aber feine Staßfurter Spielstätte 2005 in eigene Regie übernommen. hatte, zahlt seit dieser Zeit jedes Jahr die Personalkosten für den Theaterleiter und den Hausmeister. Der Landkreis steuert 23 000 Euro für Veranstaltungen bei. Und die große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln", der das Salzlandtheater gehört, verpflichtete sich, dem Verein die Spielstätte fünfzehn Jahre lang mietfrei zur Verfügung zu stellen. Für alles andere müssen Karin Marzahn und ihre Mitstreiter selbst aufkommen.

Dazu habe es im Vorfeld bereits Gespräche mit ihm als Ausschusschef, mit dem Fachbereichsleiter Hans-Georg Köpper und dem Verein gegeben, sagte Gerhard Wiest (Linke). Eine Entscheidung ist in dieser Angelegenheit aber noch nicht gefallen.

Um die Auslastung des Hauses zu verbessern, sollen in Aschersleben, Schönebeck, Egeln und Güsten weitere Vorverkaufskassen für die Staßfurter Veranstaltungen eingerichtet werden, kündigte Marzahn an.

Das mit Hilfe der Sparkassenstiftung installierte Programm zur Online-Kartenvorbestellung werde Einsparungen mit sich bringen.

Für die Feier von Betriebsjubiläen oder Zeugnisausgaben werde die Nachfrage für eine Nutzung des Hauses immer größer.

Als Erfolg wertete die Vereinschefin auch die im vergangenen Jahr erstmals erfolgte Beteiligung des Salzlandtheaters am traditionellen Salzlandfest. "Wir werden auch in diesem Jahr wieder eine kleine Bühne in der Steinstraße aufbauen", sagte die Theaterpädagogin Sandy Gaertner der Staßfurter Volksstimme.

Sie und Karin Marzahn werteten den Start des Projektes "Kulturpaten" als positiv. Damit gelang es, benachteiligte Kinder der Stadt an das Theater heranzuführen und ihnen so bisher ungeahnte kulturelle Erlebnisse zu ermöglichen. Eine Fortsetzung sei aufgrund des abgelehnten Förderbescheides für dieses Bundesprogramm derzeit nicht möglich, so Gaertner.

Die Theaterpädagogin kann sich nicht über mangelnden Zuspruch beklagen. "Ich habe jeden Tag mit dem Gymnasium zu tun", sagte sie. Das Theaterprojekt, das die Schüler in den letzten Wochen einstudiert hatten, war am 17. und 18. Dezember erfolgreich über die Bühne gegangen.

"Die Bude ist immer voll. Das ist ein offenes Haus. Die Leute kommen gern hier her."

Darüber hinaus nutzen dort die Pestalozzi-Schule sowie die Stiftung Staßfurter Waisenhaus und die Lebenshilfe die Möglichkeit der schauspielerischen Tätigkeit für ihre Leute. Gaertner: "Die Bude ist immer voll. Das ist ein offenes Haus. Die Leute kommen gern hier her."

Auf die Frage von Günter Döbbel (FDP-Fraktion), ob man nicht auch Kinovorführungen im Theater anbieten könnte, sagte Gärtner, dass die Technik das nicht hergebe. Die neueren Filme seien alle digital. Die Leihgebühren für einen Film betrügen zirka 100 Euro und eine digitale Anlage koste zirka 40 000 Euro. "Das können wir uns wirklich nicht leisten", so Gaertner.

Der Fraktionschef der UWG Salzland/AfD, Hartmut Wiest, wunderte sich darüber, dass der Geschäftsbericht für 2013 vertraulich behandelt werden soll, obwohl es sich um einen gemeinnützigen Verein handelt. "Wir sind ein gebranntes Kind", sagte Marzahn und fügte hinzu, es seien auch Unwahrheiten über den Verein verbreitet worden. Deshalb beriet der Ausschuss hinter verschlossenen Türen weiter.