Mit Eberhard Scholz verfolgt ein Staßfurter aufmerksam, wie Ämter auf seine Kritiken und Hinweise reagieren. Beispiel: Treibgut und Unterspülungen an der Goldbach-Brücke.

Staßfurt l Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte Eberhard Scholz die Situation zwischen Bodewehr Am Schütz und der Horst bemängelt. Dabei ging es um Treibgut im Bach und eine Unterspülung an der Brücke. Nun verglich der Staßfurter die Aussage dazu vom Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung Wolfgang Kaufmann in einem entsprechenden Volksstimme-Beitrag dazu mit dem heutigen Ist-Zustand.

"Es sei umgehend etwas zu machen, so sein damaliger Kommentar", erinnert Eberhard Scholz und meint weiter, außer zunehmender Unterspülung habe sich aber nichts getan. Dabei sei der Europaradweg, der darüber führt, doch gerade erst repariert worden.

Wolfgang Kaufmann reagierte umgehend auf die Leserkritik und schaute sich die Brücke an. "Eine ,Unterspülung` der Brücke findet nicht statt", so seine Feststellung. Die Böschungsauswaschung, die durch im Graben befindliches Treibgut hervorgerufen worden sei, blieb allerdings auch nicht unbemerkt von ihm. "Dies stellt aber kein Sicherheitsrisiko für die Brücke dar", so Kaufmann. "Und kürzlich wurde eine Säuberung des Grabens einschließlich einer Grabensolenberäumung durchgeführt. Den herausgebaggerten Schlamm kann man am Ufer noch sehen. Das Treibgut wurde entfernt, das Wasser fließt ordentlich ab." Diese Arbeiten seien nun aber nicht auf Grund der Leserkritik beauftragt worden. "Vielmehr werden diese Arbeiten regelmäßig durch den Unterhaltungsverband Untere Bode ausgeführt", erklärt der Fachbereichsleiter.

Ihrer turnusmäßigen Prüfungspflicht durch einen zugelassenen Brückenprüfer sei die Stadt zudem ebenfalls nachgekommen. Laut Prüfungsergebnis mit Posteingang 18. Dezember 2014 wurde die Brücke mit der Zustandsnote 2,3 bewertet. "Das ist gut. Beanstandet wurden lediglich Verschmutzungen der Brückenauflager, die mit Wasserstrahlgeräten gesäubert werden müssen. Das Brückengeländer soll - vorzugsweise im Sommer - einen neuen Schutzanstrich erhalten", schickt Kaufmann voraus.

Im Übrigen wünsche er sich künftig eine bessere "Streitkultur". "Wir als Verwaltung kommen unseren Aufgaben regelmäßig nach, dazu sind wir auch gesetzlich verpflichtet." Er möchte die Meinungsfreiheit in keiner Weise einschränken, sie solle aber sachlicher stattfinden. Und: Kritiker wie Eberhard Scholz sollten sich künftig doch direkt an ihn oder andere Mitarbeiter der Stadt wenden. "Gern hätten wir auch einen gemeinsamen Termin vor Ort vereinbaren können", bietet Wolfgang Kaufmann sogar an.