Staßfurt l Nach langer Suche hat die Wohnungs- und Baugesellschaft (Wobau) mbH Staßfurt mit dem ehemaligen Sparkassengebäude am Großen Markt in Staßfurt einen neuen Firmensitz gefunden.

Zuvor habe man verschiedene andere Varianten, wie zum Beispiel eine Einmietung in das Gebäude der Hauptpost, geprüft, sich dann aber für dieses Objekt entschieden, dass dem Salzlandkreis gehört. Der Aufsichtsrat sei diesem Vorschlag einstimmig gefolgt, sagte der Geschäftsführer der Wobau, Dieter Naumann.

Von diesem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Haus, in dem sich zuletzt jahrelang die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) Aschersleben-Staßfurt GmbH befand, will sich der Landkreis trennen, weil sich die GfW in Liquidation befindet, informierte der Wobau-Chef. Es habe sich jedoch ein Jahr lang kein Interessent dafür gefunden. Wenn die Wobau nicht zugegriffen hätten, wäre das Gebäude bei einer Grundstücks- auktion unter den Hammer gekommen.

Konzept sieht Umzug vor

Das hätte Schnäppchenjäger oder andere Personen auf den Plan rufen können, die kein Interesse an diesem zentral in der Innenstadt liegenden Standort hätten und das Objekt verfallen lassen würden, gab Naumann zu bedenken. Über die Höhe des Kaufpreises wollte er sich nicht äußern.

Bevor der Geschäftsführer und die 16 Mitarbeiter der Wobau-Verwaltung dort einziehen können, muss das Haus saniert und für die Zwecke des Unternehmens hergerichtet werden. Damit bekommt die Gesellschaft dann doch noch ein Haus am See, wie seit langem geplant. Nur, dass es sich dabei nicht um den favorisierten Neubau eines Kompetenzzentrums für den Kalibergbau handelt, der ursprünglich in der Rathausstraße entstehen und in den auch die Wobau-Geschäftsführung einziehen sollte.

Der bisherige Firmensitz der städtischen Gesellschaft in der Grenzstraße 11, der sich über mehrere Gebäude erstreckte, erwies sich für die Wobau als zu groß und uneffektiv. Die Linken, die dort eine Baracke gemietet hatten, sind bereits ausgezogen. Naumann ist optimistisch, dass sich für den Gebäudekomplex ein Käufer oder ein Nachmieter finden lässt.

Die lange Zeit geplante Einmietung in ein Fremdobjekt war bei Stadträten, insbesondere aber beim Ortschaftsrat Förderstedt auf scharfe Kritik gestoßen. Johann Hauser (FDP) hatte, unterstützt vom gesamten Ortschaftsrat, angeregt, die Wobau solle sich in einem der ehemaligen Rathäuser in Förderstedt, Brumby oder Glöthe niederlassen, um diese damit vor dem drohenden Verfall retten zu können.

Pläne für einen Umzug in neue, konzentrierte Büros gibt es bereits seit 2006 mit der Bebauung am Stadtsee. Im Restrukturierungskonzept für die Wobau ist eine Büroveränderung, gegebenenfalls zur Miete, unabhängig von der Stadtseebebauung enthalten und vom Staßfurter Stadtrat beschlossen.