Die Neundorfer Chaussee hat das Land 2013 sehr schön ausgebaut. Vielleicht klappt es 2016 mit der Fortsetzung in Staßfurt. Wenig Hoffnung besteht derweil auf einen neuen Bahnübergang.

Von Falk Rockmann

Staßfurt l Positiv überrascht waren die Kraftfahrer ja, als das Land 2013 nach Jahren der Kritik dann doch recht schnell die Neundorfer Chaussee ausbaute. Nun fragen sich Volksstimme-Leser wie Reinhard Heine aus Neundorf, warum es nicht innerhalb von Staßfurt weiter geht mit dem Ausbau der Landesstraße. Schließlich habe die Planung in der Öffentlichkeit schon eine Rolle gespielt.

Die Planung läuft. "Der Regionalbereich West der Landesstraßenbaubehörde hat 2014 die Ausführungsplanung in Auftrag gegeben", erklärt Dirk Sauerhering, Straßenbau-Fachgruppenleiter der Behörde. Ziel sei es, diese Planung im 3. Quartal 2015 abzuschließen. Damit wäre 2016 ein Baubeginn möglich. Voraussetzung: Finanzmittel und "personelle Verfügbarkeit zur Bearbeitung in der Straßenbauverwaltung".

Für Deutsche Bahn ist Übergang kein Thema

Zum desolaten Bahnübergang teilt Sauerhering mit: "Leider ist es uns trotz Planfeststellungsverfahrens nicht gelungen, den Bahnübergang in die Ausbauplanung einzuordnen. Die Gründe dafür sind komplex." So habe die Deutsche Bahn Netz AG als Eigentümer der Gleisanlage den Betrieb auf dieser Strecke an private Betreiber vergeben - unter anderem mit der Auflage, dass alle Rationalisierungsmaßnahmen (Baumaßnahmen) durch den Pächter zu finanzieren sind.

Für die Deutsche Bahn ist der Bahnübergang kein Thema. "Die Strecke ist mit Genehmigung des Landes Sachsen-Anhalt an die Ascherslebener Verkehrsgesellschaft (AVG) verpachtet", heißt es kurz vom DB-Presseteam auf Volksstimme-Nachfrage. "Die DB Netz als Eigentümerin ist somit nicht mehr für den Bahnübergang zuständig. Die AVG ist kraft Genehmigung und Gesetz (Eisenbahn-Kreuzungsgesetz) Kreuzungspartner."

AVG-Geschäftsführer Mirko Mokry bedauert, dass der erst 2014 vom Unternehmen sanierte Bahnübergang durch das starke Verkehrsaufkommen wieder in Mitleidenschaft gezogen sei. Im Zuge einer Straßenbaumaßnahme wäre es denkbar, den Übergang erneut zu sanieren.

Einen völlig neuen Bahnübergang mit Schrankenanlage zu bauen, hält Mokry für nicht finanzierbar. 750 000 Euro würde eine neue Schrankenanlage in der Größenordnung kosten. Die müssten der Pächter, Stadt und Land zu gleichen Teilen tragen. Eben daran scheiterte bereits die vorangegangene Planfeststellung.

Seitens der Stadt, die bei solchen Planungen des Landes immer mit einbezogen werde, sei man natürlich interessiert, eine ordentliche Lösung zu bekommen, sagte Straßenbauplaner Günter Roddewig. Das Thema spiele bei einem Gespräch demnächst auch eine Rolle.