Die Wolmirslebener Rassegeflügelzüchter stellten am Wochenende ihre schönsten Züchtungen aus dem zurückliegenden Jahr aus. Elfmal vergaben die Preisrichter die Höchstnote.

Wolmirsleben l Schon früh waren die Kreisveterinäre vor Ort. Noch bevor die Schau für die Öffentlichkeit eröffnet wurde, war die Kreisbürokratie angereist, um sich die Schau anzusehen. Nach einigen Funden des Vogelgrippe-Virus in Wildvögeln auch in Sachsen-Anhalt haben die Ämter die Kontrollen der Ausstellung deutlich engmaschiger gestaltet, meint der Wolmirslebener Ausstellungsleiter Ralf Buhtz.

Auf Wassergeflügel, wie Enten, haben die Wolmirslebener in diesem Jahr komplett verzichtet, schildert er. Der Aufwand für die Austeller wäre viel zu groß gewesen. Die Tiere hätten alle untersucht und auf eine mögliche Infektion mit dem Virus geprüft werden müssen, schildert er. Das hätte nicht nur tagelange Vorarbeiten bedeutet, sondern den Züchtern auch jede Menge Zusatzkosten beschert.

Deshalb sei das Wassergeflügel diesmal nicht dabei. Die Rassegeflügelzüchter machen aktuell wieder schwere Zeiten durch. Doch davon wollen sich die Wolmirslebener an diesem Wochenende nicht den Spaß verderben lassen.

230 Tiere haben die Rassezüchter im großen Saal des Schwarzen Adlers eingestallt. Dabei dominieren die kleinen Rassetiere. 29 Großhühnern und 19 Zwerghühnern stehen 182 Tauben gegenüber. Eigentlich handelt es sich bei der Ortsschau um die für das zurückliegende Jahr, sagt Ralf Buhtz. Schwer sei es für den Verein, Termine mit den wenigen Preisrichtern zu vereinbaren. Nach dem Regelwerk dürften die Preisrichter nicht zu oft eingesetzt werden, was die Zahl der möglichen Ausstellungen natürlich begrenze, fügt er an. Stundenlang müssen sich die Preisrichter konzentrieren. Mitunter entscheiden auffällige Merkmale darüber, ob ein Tier in die höchste Wertung oder darunter kommt, hat Ralf Buhtz Verständnis.

Elfmal vergeben die Fachleute die Höchstnote. Immerhin neunmal gibt es die zweitbeste Bewertung Hervorragend, freut sich der Ausstellungsleiter auf einen guten Durchschnitt.

Vier Fremdaussteller aus anderen Vereinen haben ihre Tiere mitgebracht. 17 Wolmirslebener Vereinsmitglieder zeigen ihre Tiere während der Schau. Alle Mitglieder haben sich an der Veranstaltung beteiligt, sagt Ralf Buhtz. Fünf Frauen arbeiten in dem kleinen Rassezuchtverein als passive Mitglieder mit, schildert er. Auch in Wolmirsleben ist die Rassezucht ein Hobby für wenige Einwohner geworden.

Umso mehr freuten sich die Wolmirslebener einige Gäste von der Ostseeküste zu begrüßen. Aus Güstrow hatte sich am Sonnabend eine tapfere Schar von Zuchtfreunden in Bussen aufgemacht, die Züchter im Salzlandkreis zu besuchen. "Die kommen schon seit einigen Jahren", freut sich Ralf Buhtz. Der Kontakt sei entstanden, weil einer der Küstenbewohner einst aus der Region umsiedelte und dort oben die Züchter auf die Ausstellungen aufmerksam machte. Interessiert zeigten sich nach seinen Worten die gern gesehenen Besucher vor allem an der Taubenvielfalt. Dabei beließen es die Besucher nicht nur beim Gucken. Sie wollten vor allem einige Zuchttiere erwerben. "Wir haben hier sehr seltene Rassen stehen, die natürlich das Interesse wecken", schildert Ralf Buhtz. Da es in der Region mehrere Ausstellungen am vergangenen Wochenende gibt, lohne sich der rund 300 Kilometer lange Tagesausflug für die Besucher, schätzt er ein. Tierischen Spaß hatten aber auch die Besucher, die sich bei der Tombola ein Los kauften. Neben allerhand Sachpreisen konnte hier für manches Kind ein Traum vom eigenen Haustier in Erfüllung gehen. Denn es gab kleine Haustiere, wie Meerschweinchen oder Wellensittiche zu gewinnen. Das Interesse der Kinder an den Haustieren war natürlich groß, freute sich Ralf Buhtz, der auch mal ein Meerschweinchen aus dem Käfig nahm, wenn ein Kind das Tier ganz nah sehen wollte. Damit bot die Ausstellung genug für einen runden Familienausflug am Wochenende.

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