Schulschließungen bedingen vor allem auf dem Lande in der Regel weitere Anfahrwege für betroffene Schüler. Somit ist und bleibt der Schülertransport für die Kreisverwaltung eine ständige Herausforderung. Das System muss insgesamt stimmen, damit Grenzwerte eingehalten werden können.

Schönebeck/Staßfurt l Die Qualität der Schülerbeförderung im Salzlandkreis wird von der Kreisverwaltung als gut eingeschätzt. Während einer Sitzung des Schul- und Kulturausschusses im Salzlandmuseum in Bad Salzelmen sagte die zuständige Dezernentin Petra Czuratis: "Gemessen an dem Stand vor einigen Jahren haben wir einen großen Schritt nach vorn getan."

Eher schwierig stelle sich die Situation für Schüler in abgelegenen Orten wie Sachsendorf und Etgersleben dar. Um auch sie pünktlich zum Schulbeginn in die jeweiligen Bildungsstätten zu fahren, werden Transportleistungen durch Verbände wie Arbeiter Samariter Bund und Deutsches Rotes Kreuz, aber auch von Taxiunternehmen eingebunden.

In einer Mitteilungsvorlage der Kreisverwaltung heißt es: "Auch für das Schuljahr 2014/15 lässt sich bereits feststellen, dass die Beförderung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für den Großteil aller Fahrschüler besser ist als gemeinhin und pauschal beurteilt." Insbesondere die Fahrt- und Wartezeiten seien für die Mehrzahl aller Fahrschüler im Salzlandkreis unter Berücksichtigung der verkehrlichen und regionalen Voraussetzungen gut. Als zumutbare maximale Wartezeit vor Unterrichtsbeginn gelten 30 Minuten, als maximal zumutbare Wartezeit nach Unterichtsschluss 60 Minuten.

Laut der Informationsvorlage werden jeden Schultag im Salzlandkreis 5354 Schüler durch den ÖPNV zur Schule und zurückgefahren, insgesamt 33,89 Prozent gemessen am Gesamtschüleraufkommen. Bei den Grundschulen beträgt der Fahranteil 26,10 Prozent, bei den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen 39,76 Prozent, bei den Gymnasien 41,28 Prozent, bei den Förderschulen 21,33 Prozent.

Für keinen Grundschüler wird die Beförderungszeit überschritten

98,37 Prozent der gefahrenen Mädchen und Jungen im Grundschulbereich sind nicht länger als eine halbe Stunde von der Wohnung bis zur Schule unterwegs. Bei 1,63 Prozent der Schüler liegt die Beförderungszeit zwischen 31 und 45 Minuten. Für keinen Grundschüler werde die als zumutbar definierte Beförderungszeit von 45 Minuten in eine Richtung überschritten. Ein Vergleich zeige, dass insbesondere die Festlegungen der maximalen Fahrtzeiten für die Schüler im Salzlandkreis verträglicher sind als in anderen Landkreisen.

Für 92,12 Prozent der Fahrschüler der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen liegt die Beförderungszeit unter 40 Minuten. Bei 7,67 Prozent liegt sie zwischen 41 und 60 Minuten. Bei lediglich 0,21 Prozent der Fahrschüler wird die maximale Beförderungszeit von 60 Minuten überschritten. Dies betrifft drei Fahrschüler im Schönebecker Bereich. Diese Schüler aus Lödderitz werden zur Sekundarschule in Barby befördert. Aufgrund der regionalen Lage sei eine deutliche Verringerung der Fahrtzeit nicht möglich. Mit der bevorstehenden Beschulung in Calbe sei aber mit deutlichen Fahrzeitreduzierungen zu rechnen.

Zudem ist ein weiterer, in Bernburg wohnender Schüler von der Fahrtzeitüberschreitung betroffen, der das Gymnasium in Calbe besucht. Dem liegt eine Anordnung der Schulbehörde zugrunde.

88,92 Prozent der Fahrschüler aus dem gymnasialen Bereich (Schuljahrgänge 5 bis 10) werden innerhalb von 40 Minuten zur Schule beziehungsweise von der Schule befördert. Bei 10,13 Prozent der Gymnasiasten liegt die Beförderungszeit zwischen 41 und 60 Minuten. Bei 0,95 Prozent der Fahrschüler wird die Beförderungszeit von maximal 60 Minuten überschritten. Dies betrifft zwölf Schüler aus Ortsteilen der Stadt Könnern. Für vier Schüler aus dem Ortsteil Hakeborn wurde wegen der Fahrtzeitüberschreitungen eine Beförderung im Freigestellten Schülerverkehr zum Gymnasium "Dr. Frank" Staßfurt beziehungsweise zurück organisiert.

Im Förderschulbereich liegt für 73,95 Prozent der Fahrschüler die Beförderungszeit unterhalb des von der Satzung der Schülerbeförderung vorgegebenen Grenzwertes. Für 21,86 Prozent liegt die Beförderungszeit im Bereich und bei 4,19 Prozent oberhalb des von der Satzung vorgegebenen Grenzwertes.

Von den erwähnten 5354 Fahrschülern im Salzlandkreis werden 92,17 Prozent, das sind 4935 Fahrschüler, unterhalb des Grenzwertes befördert. Für 390 Fahrschüler (7,28 Prozent) liegt die Zeit im Bereich, bei 29 (0,54 Prozent) oberhalb des Grenzwertes. Für einen Flächenkreis sei das in Ordnung, heißt es von Seiten der Verwaltung.