Ilberstedt/Güsten l Mit dem erneuten Besuch des Ilberstedter Feuerwehrgerätehauses zeigten die Mitglieder des Saale-Wipper-Brandschutzausschusses Mittwochabend einmal mehr, dass sie hinter dem Vorhaben Objekt-Erweiterung stehen. Allerdings machte Ausschussvorsitzender Helmut Zander deutlich, dass die Finanzierung des 450000-Euro-Projekts durch die Verbandsgemeinde nicht so einfach werde.

"Das wird nur noch durch eine Sonderumlage möglich sein", so der Güstener Bürgermeister. Er forderte die Verwaltung auf, bis zur nächsten Ausschusssitzung am 11. Februar in Giersleben Zahlen vorzulegen, was auf jede einzelne Mitgliedskommune diesbezüglich zukommen würde. Während die Abgeordneten dazu Einigkeit signalisierten, gab es beim folgenden Tagesordnungspunkt Diskussionsbedarf.

Mit der Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens (ELW) für die Feuerwehr Güsten habe er keine Probleme, aber den 130000 Euro dafür könne er nicht zustimmen, erklärte Hermann Heukamp. Alexander Weimann folgte seinem Strummendorfer Vorredner. Die Kostenspannen für so ein Fahrzeug reichten seiner Meinung nach von 49000 bis 130000 Euro. "Für 90000 Euro gibt`s auch schon ,anständige` Fahrzeuge", meinte der Alsleber Abgeordnete.

Der Güstener Wehrleiter Gert Lehmann, der zuvor wie sein Amtskollege aus Plötzkau Andreas Braun als sachkundiger Bürger in den Ausschuss berufen worden war, berief sich auf die allgemeinen Kostenentwicklungen für Feuerwehrfahrzeuge. Auf den Wunsch von Alexander Siersleben eingehend, auch die neuen Mitglieder des Ausschusses wie ihn über Notwendigkeit und Ausstattung zu informieren, zog Lehmann einen Datenträger aus der Hosenträger, mit dem er das ELW umfassend vorstellen könnte. Die Infos sollen die Abgeordneten noch bis zum nächsten Ausschuss erreichen.

Einig waren sich die Mitglieder schließlich noch in der Frage, den Anteil der Verbandsgemeinde zu tragen, der zur Verbesserung der Löschwasserversorgung in Ilberstedter und Plötzkauer Ortsteilen führt. Die insgesamt 60000 Euro könnte die Saale-Wipper über 30 Jahre an den Versorger abzahlen.

"Auf Grund unserer finanziellen Lage können wir unseren Kameraden nur fünf Euro zahlen..."

Und auch zur von der Kommunalaufsicht bemängelten Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlich wirkenden Kameraden der freiwilligen Feuerwehren zeigte der Ausschuss Schulterschluss. "Wir ehren unsere Kameraden nicht nur zur Jahreshauptversammlung", erklärte Helmut Zander. Für ihr Ehrenamt erhalten sie auch fünf Euro Aufwandsentschädigung pro Einsatz. Das habe 2010 für alle Feuerwehren im Verbandsgebiet insgesamt 6000 Euro ausgemacht.

Zander sagte weiterhin: "Auch wenn das Rechnungsprüfungsamt nun eine Änderung verlangt, weil sich Alsleben, Güsten, llberstedt und Plötzkau in der Haushaltskonsolidierung befinden. An der Würdigung des Ehrenamts hat sich bei uns nichts geändert. Deshalb werden wir auch unsere Satzung nicht ändern."

Dieser Antwort an die Kommunalaufsicht folgten die Ausschussmitglieder. Michael Kiefer fügte noch augenzwinkernd hinzu: "Auf Grund unserer finanziellen Lage können wir unseren Kameraden nur fünf Euro zahlen." Damit verwies er auf Kommunen wie Könnern, die ihren Einsatzkräften zehn Euro zubilligen.

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