Den Förderstedter Männerchor Liederkranz gibt es schon seit 1891. Vor allem ihr Durchhaltevermögen scheint die muntere Truppe zu kennzeichnen.

Förderstedt l Die 24 Sangesbrüder legen eine Disziplin und Zielstrebigkeit an den Tag, von der manch andere nur träumen können. Das "Traditionsunternehmen", besser gesagt ein seit 1891 eingetragener Verein, trifft sich jeden Donnerstag für zwei Stunden zum Üben.

Das ergibt in ihrem Fall schon einmal eine Leistung von 50 Wochen mal zwei Stunden, also 100 Singstunden pro Sänger. Summiert man alle Stimmen, hat der Chor zusammen schon 2400 Stunden im Jahr 2014 gesungen, wie die Herren bei ihrer kürzlichen Jahreshauptversammlung stolz verkünden konnten.

Dazu kamen 2014 noch sieben öffentliche Veranstaltungen und fünf Auftritte bei goldenen Hochzeiten oder Geburtstagen. Durch die Bank weg sind die Sänger eifrig bei Proben und Auftritten dabei, auch wenn es manchmal durch Verhinderungen Ausfälle gab.

Am fleißigsten waren Hartmut Rulf und Georg Ottmann, die bei 56 beziehungsweise 57 Terminen mitgewirkt haben. Letzterer ist auch das Juwel des Männerchors: Georg Ottmann (91 Jahre) singt seit 67 Jahren in dem Chor mit.

Trotz des steigenden Altersdurchschnitts, der aktuell bei 64 Jahren liegt, sind die Männer stolz auf das Erreichte. "Wir hatten viele Veranstaltungen und Treffen in 2014, das ich als ein gutes Jahr bezeichnen würde", sagte Olaf Bier, 1. Vorsitzender des Männerchors während der Jahreshauptversammlung.

Und immerhin haben die Sänger im vergangenen Jahr zwei Neuzugänge zu verzeichnen gehabt. Er persönlich sei sehr vom Weihnachtskonzert in der Förderstedter Kirche angetan gewesen, das die Männer "mit viel Gefühl" und weniger mit der "preußischen" Art und Weise des Singens absolviert hätten, wie er meinte.

Auch der Chorleiter Bernhard Forst, der die Männer "immer wieder zu Höchstleistungen antreibt", wie Olaf Bier über ihn sagte, ist stolz auf seine Truppe: "Die Altersstruktur geht nun einmal immer nach oben, aber primär ist für mich die Stimmenzusammensetzung in einem Chor und die ist bei uns sehr ausgewogen." Optimistisch sagte er rückblickend auf 2014: "Wir waren immer gut drauf. Mehr können wir gar nicht leisten."

Musikalisch gesehen einigten sich die Männer wieder drauf, ihr peppiges Repertoire beizubehalten - also keine Volkslieder. "Wenn man da so ein paar alte Herren auf der Bühne sieht, die Volkslieder singen, wissen wir alle, wie das wirkt", lehnte Olaf Bier einen Vorschlag für mehr Volkslieder ab.

Weitere Höhepunkte für den Männerchor Förderstedt waren 2014 übrigens das Konzert des Chorkreises Askanien, bei dem mehrere Chöre der Region vertreten waren. Diesen Höhepunkt wollen sich die Förderstedter nicht entgehen lassen, wenn die Veranstaltung am 25. April in der Hecklinger Basilika stattfindet. Wichtig waren auch das Frühlingssingen der Staßfurter Chöre, das Konzert mit "4voices" in der Atzendorfer Kirche, das Chorfestival Hohenerxleben, die Weihnachtskonzerte in der Löderburger, in der Förderstedter Kirche und in Groß Börnecke mit dem dortigen Frauenchor. Das Singen mit den Börnecker Frauen soll übrigens unbedingt beibehalten werden, waren sich die Förderstedter Sangesbrüder einig.

Ausgezeichnet wurden neben jenen, die auf den Fotos zu sehen sind: Christian Friedrich für 30 Jahre Mitgliedschaft im Chor, Uwe Grenzau für 20 Jahre sowie Andreas Sulinski und Günter Wrobel für 15 Jahre.

   

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