"Umfangreiches Papier" lobt Ortsbürgermeister Sven Wagner die Fortschreibung des Kinder- und Jugendentwicklungsplans der Stadt Staßfurt, zu dem sich auch der Ortschaftsrat Hohenerxleben seine Meinung bilden sollte. Derweil sendet der Landkreis keine guten Signale zur Finanzierung der Jugendpauschale.

Hohenerxleben l Der Anteil des Landkreises an der Jugendpauschale, mit der unter anderem die Arbeit der Kinder- und Jugendtreffs unterstützt wird, soll bis 2018 gewaltig zurückgehen - das habe der Landkreis signalisiert, informierte die Staßfurter Stadtjugendpflegerin Nicole Netwall Dienstagabend im Ortschaftsrat Hohenerxleben. In Zahlen ausgedrückt heiße das voraussichtlich, von gegenwärtig 719 000 auf 268 000 Euro. Man müsse abwarten, wie sich der Landkreis auf Grund der Haushaltslage positioniert. Der Landesanteil am Fachkräfte- und Jugendförderprogramm bleibe stabil.

"Da wurden mehr sportliche Angebote gewünscht, freie Turniere und Wettbewerbe."

Einiges scheint sich in der Jugendarbeit recht kurzfristig zu entscheiden. So sei bis Ende Dezember nicht klar gewesen, ob es die Landjugendpflegerin für die Kinder- und Jugendtreffs in Hohenerxleben, Neundorf und Rathmannsdorf noch geben werde. Diese pädagogische Betreuung und Anleitung durch eine Mitarbeiterin des Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums (BBRZ)werde mit Hilfe des Fachkräfteprogramms nun - vorerst - bis 30. Juni 2015 fortgesetzt werden können, so Nicole Netwall.

Im Kinder- und Jugendtreff Hohenerxleben habe es in der personellen Besetzung eine Änderung gegeben. So arbeite Martina Juli nach Ablauf ihres Bundesfreiwilligendiensts (Bufdi) seit dem 1. November ehrenamtlich weiter - und das mit großem Engagement.

Zur Fortschreibung des Kinder- und Jugendentwicklungskonzepts erklärte die Stadtjugendpflegerin die Schwerpunkte: Ausbau des Netzwerks, Gestaltung des bedarfsgerechten Angebotes, präventive Angebote, Umsetzung des Inklusionsgedankens. Man versuche, Kleinstprojekte und Veranstaltungen gemeinsam mit den Trägern der Einrichtungen umzusetzen.

An einer Umfrage, an der sich 350 Kinder und Jugendliche beteiligt hätten, nahmen auch sieben aus Hohenerxleben teil. "Da wurden zum Beispiel mehr sportliche Angebote gewünscht, freie Turniere und Wettbewerbe", erklärt die Stadtjugendpflegerin.

"Was wir hier eigentlich für eine Wohlfühl-Atmosphäre in den super Räumlichkeiten haben."

Zum Treff in Hohenerxleben meinte sie noch, dass das Interesse an Sommerveranstaltungen ja sehr groß war, allerdings fehle es an der Regelmäßigkeit.

Ortsbürgermeister Sven Wagner bedankte sich für die Ausführungen und lobte das "umfangreiche Papier" des Entwicklungsplans. Angesichts der sehr guten Arbeit im Jugendclub Hohenerxleben könne er sich vorstellen, dass er noch mehr frequentiert werde, "wenn wir das den Eltern und deren Kindern bewusst machen, was wir hier eigentlich für eine Wohlfühl-Atmosphäre in den super Räumlichkeiten haben. Das ist nicht selbstverständlich." Zudem sei das wichtig, um den Zusammenhalt im Dorf zu stärken.

Marianne Nebel, Ortschaftsrätin in spé - bis zur Bestätigung der Wahlergebnisse durch den Stadtrat aber noch in den Zuschauerreihen - erklärte, dass das schwierig sei, den Nachwuchs zum Treff zu bewegen, wenn er in Staßfurt zur Schule geht. Die Kinder wären lange unterwegs, vielleicht noch im Hort oder in Vereinen. Auch sie hob das tolle Engagement von Martina Juli hervor.

Der Ortschaftsrat stimmte letztendlich einstimmig der Fortschreibung des Kinder- und Jugendentwicklungsplans der Stadt zu, wie übrigens auch am Abend zuvor der Ortschaftsrat von Athensleben.