Ein überwältigendes Ergebnis von 1075 Euro erbrachte das 1. Ilberstedter Benefizkochen am Wochenende im Wippertal-Restaurant. Der Erlös kommt der einheimischen Kindertagesstätte zu Gute.

Ilberstedt l Nicht, dass die Köche hier nicht kochen könnten. Die Idee des Benefizkochens entstand am Stammtisch. "Ich bin viel unterwegs in Deutschland", erklärt Uwe Wolf, der am Sonnabend mit Wippertal-Geschäftsführer Thomas Beier die Kelle übernehmen durfte, wie es dazu kam. "Oft stehen auf Speisekarten Thüringer Klöße, doch oft sind es keine echten", beschreibt der gebürtige Thüringer und leidenschaftliche Thüringer-Klöße-Esser weiter. Irgendwann habe er auch dem befreundeten Wippertal-Chef zeigen müssen, wie das geht mit dem Nationalgericht seiner Landsleute, so der Geschäftsführer einer Bernburger Zeitarbeitsfirma. Der 58-Jährige habe die Zubereitung übrigens von seiner Oma gelernt und stehe besonders zu Weihnachten dafür am Herd.

Und los ging`s im gut mit Gästen gefüllten Restaurant, in dessen Mitte die Organisatoren eine kleine Küche improvisiert hatten. Das Wichtigste am Klöße-Kochen sei neben dem Verhältnis von einem Drittel gequetschter gekochter Kartoffeln und zwei Dritteln geriebener roher Kartoffeln, dass die Masse warm verarbeitet werde, riet Wolf, während er und sein Gegenüber, Gastgeber Thomas Beier die Klöße formen. Natürlich darf man auch nicht vergessen, die gerösteten Croutons (am besten von Brötchen) in die auch Grüne Klöße genannten Kugeln zu drücken.

Topfgucken ausdrücklich erwünscht! Denn dicht umringt ist Beier auch, als er die - fast zur Nebensache geratenen Schweinebäckchen als Fleischbeilage - in einem Topf schmort. Nicht ohne wertvolle Tipps zu geben, wie die Sauce zum Beispiel am besten gelingt. Der größere Teil des nicht alltäglichen Fleischgerichts hatte von den beiden Teilzeit-Köchen schon eine Menge Vorarbeit verlangt. Schließlich werden die Schweinebäckchen aufgeschnitten, ineinander gelegt und gewickelt, bevor sie zwei Stunden langsam gegart werden.

Etwas verkehrte Welt herrschte schon an diesem Abend, denn Koch Sven Friedrich servierte bis zum großen Gaumenschmaus ein paar Appetit-Anreger. Ohne ihn und seine Kollegin Jaqueline Rott im Hintergrund - schließlich mussten auch noch ausreichend Grünkohl und Rotkraut gekocht werden - sowie ohne das Service-Team wäre die Aktion natürlich nicht so gut gelungen.

Den Gästen, unter ihnen auch Bürgermeister Lothar Jänsch und sein Vorgänger Roland Halang, muss es jedenfalls geschmeckt haben. Das verrieten letztendlich nicht nur die leeren Teller, sondern auch ein sehr gut gefülltes Spendenglas. Denn das war der Sinn der Sache: Die Gäste waren gebeten worden, das zu Gunsten der einheimischen Kindertagesstätte in das Glas zu werfen, was ihnen das Essen wert war. Thomas Beier dankte immer wieder überwältigt, wenn ein größerer Schein in den durchsichtigen Behälter flatterte. Worauf auch die eine oder andere Extra-Runde auf Kosten des Hauses noch auf die Tische wanderte.

Sage und schreibe 1075 Euro zählten der Wippertal-Chef und Uwe Wolf am Ende. Über die komplette Einnahme aus dem 1. Benefiz-Kochen macht sich nun das Team um Kindergartenleiterin Ines Fuchs Gedanken. "Wir waren fassungslos, als wir von der Summe erfahren haben", verriet die noch neue Leiterin der Pusteblume. Wünsche wie der Austausch der Möbel, die teilweise noch aus DDR-Zeiten stammen, vielleicht ein tolles stabiles Dreirad oder sogar ein Wäschetrockner, hätte man schon. Darüber sollte schließlich das Elternkuratorium gestern Abend entscheiden.

Keine Frage gibt`s indes zur Fortsetzung des Benefizkochens. Thomas Beier will noch in diesem Jahr mindestens ein zweites Mal mit einem Mann oder einer Frau an seiner Seite für einen karitativen Zweck vor den Augen seiner Gäste die Kelle schwingen.