Die Westeregelner Kindertagesstätte heißt seit 2011 Haus der kleinen Forscher. Doch was ist aus dem Projekt geworden? Forschen die Mädchen und Jungen immer noch oder ist das Interesse daran erloschen?

Westeregeln l Am 2. September 2011 berichtete die Volksstimme darüber, dass der Westeregelner Kindertagesstätte Sonnenschein ein Titel verliehen wurde. Haus der kleinen Forscher darf sich die Einrichtung nun nennen. Dazu nahm sie einst an einem Programm teil. Nur für einen begrenzten Zeitraum wird der Titel an die Einrichtung verliehen, sagt die Leiterin der Einrichtung, Christina Henze.

Noch heute trägt das Haus der Johanniter-Unfallhilfe den Namen. Regelmäßig forschen die Mädchen und Jungen im Haus und beschäftigen sich mit den elementaren Dingen auf der Welt, schildert sie. Denn das Lernen endet bekanntlich nie. Die Kinder sollen bereits im Kindergarten Lust auf das Entdecken bekommen. Meist sind es die kleinen Dinge, über die sich die Erwachsenen keine Gedanken mehr machen, bei Kindern aber die Fantasie anregen und den Forschergeist wecken.

Mit den Grundelementen wie Wasser, Erde, Luft und Feuer experimentieren die Kinder. Dabei sollen sie schon im Kindergartenalter mit vielen verschiedenen Themengebieten konfrontiert werden und so auf die Schule optimal vorbereitet werden.

Ganz nebenbei nimmt das Experimentieren in der Kindertagesstätte den Mädchen und Jungen ebenso die Hemmung, später im Unterricht in der Schule die Initiative zu ergreifen. Um das Wissen der Kindergartenkinder zu vergrößern, greifen die Erzieherinnen in der Einrichtung auf einfache Experimente zurück. Später werden sie den Kindern helfen, einfache Vorgänge in der Natur besser zu verstehen.

"Wir sind von dem Programm überzeugt", sagt Christina Henze. Das Thema Forschen komme sogar so gut an, dass die Einrichtung in naher Zukunft ebenso den Hort mit einbeziehen wolle. Die kleinen Forschungsaufgaben bringen den Kindern bei, sich zu helfen und vermitteln ihnen viele praktische Tipps und Tricks. Außerdem mache das Experimentieren einen riesigen Spaß, hat sie beobachtet. Deshalb bereite sich die Einrichtung auf die Erweiterung des Angebotes vor. Viele Kinder, die vor dem Schulbesuch den Kindergarten besucht haben, erinnern sich außerdem noch an die spannenden Stunden bei ihren Experimenten. Außerdem versucht die Einrichtung, mit der Entwicklung in der Gesellschaft Schritt zu halten. In den vergangenen Jahren hat sich das Leben radikal verändert. Heute dominieren bei den Kindern ganz andere Interessen, als noch vor einigen Jahrzehnten. Erfahren sind heute bereits Kindergartenkinder im Umgang mit Computern. Dafür fehlen ihnen andere Erfahrungen, die noch die Generationen vor ihnen sammelten.

So gehört in der Einrichtung einmal im Jahr der Kontakt zu Tieren dazu. Landwirte bringen dann einige Tiere in den Kindergarten, damit die Mädchen und Jungen sie aus nächster Nähe betrachten und auch anfassen können. Für Kinder, die auf dem Land groß geworden sind, gehören die Tiere einfach dazu, ist der Kindergarten überzeugt. Denn auch die Tierhaltung in den Familien hat in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen. Damit das Wissen nicht verloren geht, holen die Erzieherinnen die Tiere einmal im Jahr in die Einrichtung und sorgen dann für überall leuchtende Kinderaugen.

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