Staßfurt l Eine Willkommenskultur will der Staßfurter Stadtrat in der Stadt pflegen und dazu gehört es auch, so war es der Wunsch der Fraktion der Linken, dass der Oberbürgermeister ausführlich in Stadtrat und Sozialauschuss über die Themen Asylbewerber und Flüchtlinge berichtet.

Dies tat René Zok am Dienstagabend und brachte aktuelle Zahlen mit: Waren es im Oktober 2014 noch 126 Asylbewerber (inklusive kleines Asyl und geduldete ehemalige Asylbewerber), sind es mit Stand von dieser Woche bereits 215 Personen. "In Förderstedt sind bereits drei Wohnungen angemietet, dort sind keine neuen Flüchtlinge hinzugekommen. Es leben immer noch 18 Personen dort", erklärte Oberbürgermeister René Zok. "In Staßfurt haben wir in 41 kommunalen Wohnungen 183 Personen untergebracht. Hinzukommen erfreulicherweise sieben private Vermieter, in deren Wohnungen insgesamt 14 Personen leben", berichtete René Zok weiter. Summiert ergeben diese Zahlen insgesamt 215 Asylbewerber im Stadtgebiet Staßfurt, wozu Förderstedt gehört.

Probleme gibt es nach wie vor in Sachen Finanzen und Zuständigkeiten. "500000 Euro bekommt der Kreis für die Flüchtlingshilfe", ärgert sich René Zok. "Aber die Stadt bekommt nichts." Zudem habe er festgestellt, das Deutschkurse für Ausländer in Bernburg, Aschersleben und Schönebeck bereits in Volkshochschulen angelaufen sind, Staßfurt aber vergessen wurde.

Glücklicherweise gebe es private Initiativen. Neben Anette Pekrul hat Stadtrat Walter Blauwitz am Montag vergangener Woche begonnen, 15 Asylbewerber in der Urania im Deutschen zu unterrichten. "Er tut dies ehrenamtlich, die Räume stellen wir zur Verfügung", erklärte Urania-Chefin Andrea Maindok der Volksstimme. Die Kosten trägt die Einrichtung, weil Fördergelder noch nicht beantragt sind. Die Verwaltung erarbeitet zur Zeit die Vereinbarung, nach der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer über die Stadt versichert sind.

Ausschussmitglied Peter Rotter kritisierte, dass es im städtischen Arbeitskreis zur Flüchtlingshilfe keinen konkreten Ansprechpartner gebe. "Man sollte unsere Gleichstellungsbeauftragte dafür verantwortlich machen", so Rotter. Die angesprochene Christine Fischmann korrigierte: "Die Gleichstellungsbeauftragte ist weisungsfrei." Weder Oberbürgermeister noch Stadtrat hätten ihr zu sagen, was sie tun solle. René Zok versicherte aber, dass sie die Aufgabe dennoch bald übernehmen werde.