Hohenerxleben l Leader beschreibt ein Förderprogramm für lokale Projekte in der Region. An die erste Förderperiode von 2007 bis 2013, in deren Rahmen in der Region Börde-Bode-Auen die Dachsanierung des Hohenerxlebener Schlosses und der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses im gleichen Ort fielen, wurde nun eine zweite von 2014 bis 2020 angehängt.

Ideen mit interessierten Bürgern gesucht

Gesucht wurden Ideen, deren anschließende Realisierung unter maximaler Einbeziehung der Einwohner die Lebensqualität in den Orten weiter verbessert. Das sollte in fünf Gesprächsrunden erfolgen. In einem kurzen Einführungsvortrag gab zunächst Georg Herwarth vom Finanzministerium Sachsen-Anhalt die Zielrichtungen vor. Er nannte unter anderem Planungssicherheit für sieben Jahre, Förderung ehrenamtlicher Mitarbeit (maximal 49 Prozent der Stimmberechtigten dürfen kommunale Funktionsträger sein) bei professioneller Begleitung, Austausch vorhandener Erfahrungen und Mitarbeit auch kleiner Kommunen als Vorteile des Leader-Programms. So besteht in der zweiten Förderperiode die Möglichkeit, Mittel aus dem EU- Regional- und dem EU-Sozialfonds einzusetzen, wenn sie deren Richtlinien entsprechen.

Die Teilnehmer an der Ideenkonferenz waren interessierte Einwohner, die sich aufgrund der Presseveröffentlichungen zum Besuch entschlossen hatten.

Die Themen in den fünf Gesprächsgruppen und die Moderatoren waren zum Beispiel "Was glauben Sie, macht Ihr Gebiet, die Region ,Börde-Bode- Auen`, attraktiv für Besucher? Wie könnte die Region vor allem in den Bereichen Naherholung und Kultur noch interessanter werden?" Diese Runde moderierte Gerald Schierhorn vom Bauamt in Egeln.

Eine weitere befasste sich mit der Frage "Welcher Neuerungen (baulich, technisch, sozial, u.ä.) bedarf Ihr Dorf/Stadt, damit es für Sie noch attraktiv ist?" und wurde vom Staßfurter Stadtrat Günter Döbbel moderiert.

Gleich nach dem Ende des Einführungsvortrages hagelte es an allen fünf Tischen eine Fülle von Ideen und Vorschlägen, die nicht annähernd alle hier dargestellt werden können.

Ehemalige Bahnstrecken zu Fahrradwegen

Von Peter Maier aus Brumby wurde vorgeschlagen, die Autobahnkirche im Ort durch vollständige Restaurierung aller Deckengemälde aufzuwerten, und auch das Kriegerdenkmal im Ort bedürfe einer Restaurierung. Marcus Bohnstedt von der Regionalen Planungsgesellschaft Magdeburg befasste sich mit dem Boderadweg R1, dessen Beschilderung verbesserungswürdig sei.

Ein weiterer Vorschlag hatte die Ausstattung der Orte an der Bode mit Anlegestellen für Bootswanderer zum Ziel. Nicht mehr genutzte Bahnstrecken könnten in Radwege oder, wenn die Gleise noch liegen, in Fahrstrecken für Draisinen verwandelt werden. Aus beendeten Förderprogrammen übrig gebliebene Bauvorhaben, wie der Triftweg in Förderstedt, wurden ebenfalls genannt. Auch die "Salzige Tour" oder der Weinbergsgrund und die Salzwiesen mit Galloway-Rindern bei Hecklingen kamen als bei Leader förderfähig zur Sprache.

Nochmals stand Brumby in der Diskussion, als das zur Zeit dem Verfall preisgegebene Brumbyer Schloss zum Umbau in ein Mehrgenerationenhaus vorgeschlagen wurde. Ausführlich diskutiert wurde auch, den Einwohnern in den kleineren Orten im Verbund mit der Sparkasse durch einen mobilen Bürgerservice die Behördengänge zu erleichtern, ein Thema, das im Seniorenbeirat schon seit Jahren diskutiert wird.

Auch der ÖPNV stand als verbesserungswürdig in der Diskussion. Die Verbindungen zwischen den kleinen und größeren Orten sind momentan vorwiegend nur durch den Schulbusverkehr gekennzeichnet.

So hatten nach drei Gesprächsrunden die Moderatoren viel Positives zu berichten, das nunmehr gesammelt und auf Realisierungsmöglichkeiten überprüft werden soll. Über die Ergebnisse wird dann weiter informiert, wobei Konzepte bis Ende März und der Abschluss der Verteidigungen einzelner Projekte schon bis Ende Juli 2015 erfolgen soll.