Die Grünen im Salzlandkreis setzen sich für eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen ein. Das beschlossen sie auf ihrer Mitgliederversammlung am Wochenende in Egeln. Dort wählten sie ebenfalls ihren Vorstand.

Egeln l Auf 52 Mitglieder bringen es die Grünen im Salzlandkreis. Große Versammlungsstätten muss Kreisvorsitzender Andreas Gernegroß deshalb nicht für die Mitgliedertreffen anmieten. Zumal dort sowieso nicht alle erscheinen. Am Sonnabend trafen sich die Salzland-Grünen im Dorfgemeinschaftshaus von Egeln-Nord. 14 Mitglieder waren zu der Veranstaltung erschienen.

Neben dem Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr mussten die Parteimitglieder ihren Kreisvorstand neu wählen. Große Veränderungen gab es hierbei nicht. Andreas Gernegroß bleibt der Parteichef der Grünen im Salzlandkreis. Einen Stellvertreter gibt es nicht. Da bei den Grünen eine strenge Quote gilt, was die Vergabe von Funktionen an Frauen angeht, hätte nur eine Frau den Posten ausfüllen dürfen. Da sich keine Parteifreundin fand, bleibt der Stuhl leer, schilderte er die Situation.

Mit zwei Parteimitgliedern sind die Grünen im Kreistag vertreten. "Es könnten nach meiner Meinung schon mehr werden", meint er. Trotz der geringen Zahl von Kreispolitikern gibt es an der Basis ein großes Interesse an den Themen im Salzlandkreis. Ganz oben stand am Wochenende die Problematik der Asylbewerber und Flüchtlinge. Hier diskutierten die Grünen einen Antrag, der sich mit dem Thema befasste. Ein Kernanliegen der Partei ist es, den Flüchtlingen das Gefühl zu geben, hier willkommen zu sein, heißt es gleich zu Beginn des Antrages.

527 Menschen fanden im Salzlandkreis im vergangenen Jahr eine Zuflucht. Die Kommunen sehen sich seit mehr als einem Jahr vor große Herausforderungen gestellt, was die Unterbringung der Menschen angeht, schildert Andreas Gernegroß.

Damit sich die Flüchtlinge im Salzlandkreis zurechtfinden, unterstützen die Grünen einen Aufruf des Kreises vom vergangenen Jahr zum Aufbau eines ehrenamtlichen Dolmetscherpools. Daneben wollen sie prüfen, ob es nicht zusätzliche Sprachkurse für die Flüchtlinge geben kann, damit sie sich besser zurechtfinden.

Unpassend zur Zahl der Flüchtlinge sei die Ausstattung des Ausländerbeauftragten im Landkreis. Die Funktion ist zudem noch ehrenamtlich besetzt. In Zukunft soll der Ausländerbeauftragte finanziell und materiell besser ausgestattet werden, fordern die Grünen. Außerdem lehnen die Grünen die vom Landkreis geplante zentrale Unterbringung in angemieteten Containern ab. Eine zentrale Unterbringung verhindere eine angestrebte Integration, heißt es weiter. Der Landkreis sollte die Flüchtlinge dafür lieber in leerstehenden Wohnungen unterbringen. Eine zentrale Unterbringung favorisieren die Grünen nur für einen festgelegten Übergangszeitraum.

Die finanzielle Unterstützung der Flüchtlinge soll daneben in Zukunft bargeldlos erfolgen. Damit wollen die Grünen verhindern, dass die Menschen dauernd vor den Behörden Schlangestehen müssen. Unterschiedlich stark sind die Kommunen im Landkreis aktuell von der Zuweisung von Flüchtlingen betroffen.

In der Egelner Mulde gibt es bislang keine Zuweisungen. Sollte die Verbandsgemeinde doch noch Zuweisungen bekommen, wolle er sich ehrenamtlich als Flüchtlingspate betätigen, kündigte der Egelner Reinhard Köpke an. Konkret sei damit gemeint, das er bei Problemen vermitteln wolle, erläuterte er. Schließlich müssten die Menschen in der Region Ansprechpartner haben, die ihnen im Alltag helfen.

In einem weiteren Antrag beschäftigten sich die Grünen mit dem fairen Handel von Produkten. Fair Trade wollten sie weiter im Landkreis unterstützen, bekräftigten sie in einem entsprechenden Antrag. Fair gehandelte Produkte sollten neben dem Handel auch in Kantinen und Restaurants eine größere Rolle spielen, wünschen sich die Salzland-Grünen in Zukunft ein breiteres Angebot für die Einwohner des Kreises.