Die Egelner Stadtbibliothek ist wöchentlich der Treffpunkt für die literaturbegeisterten Bürger der Kleinstadt und darüber hinaus. Besonders bei Kindern und Jugendlichen wirbt die Einrichtung zur Nutzung.

Egeln l Auf der Wasserburg befindet sich die Stadtbibliothek in Egeln. "Vor zehn Jahren zog die Einrichtung in den ältesten Gebäudekomplex der Kleinstadt", erinnert sich Bärbel Nagel. Zweimal in der Woche ist Bärbel Nagel in ihrer Bibliothek für die Menschen der Stadt da.

5000 Bücher und andere Medien beherbergt die Stadtbibliothek. Aufgeräumt stehen die Bücher in den vielen Regalen. Regelmäßig durchforstet Bärbel Nagel den Bestand, um vor allem aktuelle Werke zu haben. Ein großes Anliegen ist es ihr aber, dass vor allem junge Menschen die Bibliothek regelmäßig besuchen und schätzen lernen. Deswegen arbeitet sie gern mit den Kindereinrichtungen sowie den Schulen zusammen.

Mit der Grundschule, ihrem zweiten Arbeitsplatz als Sekretärin, hat sie einen Vertrag über die Zusammenarbeit geschlossen. Regelmäßig besuchen die Klassen die vielen Bücherregale und lernen dabei das System einer Bibliothek kennen.

Was eine gute Bibliothek für den Leser leisten muss, davon hat Bärbel Nagel konkrete Vorstellungen. Um das den Lesern zu dokumentieren, hat sie die Einrichtung zertifizieren lassen. Dazu musste sich die Einrichtung festgelegten Standards unterwerfen, schildert sie. In Zukunft wolle sie das System weiter verfolgen und sich erneut überprüfen lassen.

Ernst wird in der Bibliothek vor allem der Benutzer genommen. Was die Menschen lesen wollen, wird auf Fragebögen erkundet. Nach der gewissenhaften Auswertung legt sie die Neuanschaffungen fest. Allerdings gibt es wegen der Finanznot der Kommunen kaum noch freie Mittel für den Bucheinkauf, beklagt sie. Es werde von Jahr zu Jahr schwerer, Geld für die Aktualisierung des Bestandes zu bekommen. Nicht nur bei der Literatur für Erwachsene, sondern ebenso für Kinder, müsse sie auf dem aktuellen Stand bleiben. Viele Kinder, die einmal die Bibliothek besucht haben, leihen sich auch später allein Bücher aus. Gleich vorn am Eingang stehen die Kinderbücher. Hier kann Bärbel Nagel die kleinen Nutzer schnell beraten, wenn wie den gesuchten Titel nicht gleich finden.

Gern will die Einrichtung auch den Familien beim Einstieg in den regelmäßigen Literaturkonsum helfen, die bislang Bücher noch nicht als Quelle von Wissen erkannt haben. Einen ganzen Beutel voller Informationen und ein Buch gibt es hier für den ersten Besuch, weist sie hin. Die Aktion sei in den vergangenen Monaten gut angenommen worden, schildert sie.

Mindestens einmal im Jahr organisiert sie ebenfalls eine Buchlesung mit einem Autor aus der Region. Zahlreiche bekannte Autoren konnte sie bereits auf der Wasserburg begrüßen. Im Gespräch mit den Autoren erfahren die Leser dann auch mehr zu den Leuten, weiß sie, dass die Veranstaltungen beim Stammpublikum beliebt sind.

Dabei war die Stadtbibliothek nach dem Mauerfall bereits unter die Räder gekommen. 1992 gründeten die Egelner ihre Bibliothek neu. Die Idee war gar nicht so dumm. Denn für die Neugründung gab es seinerzeit auch noch Fördermittel. So konnte die Einrichtung einige Dinge erwerben, die es sonst nicht gegeben hätte, erinnert Bärbel Nagel sich noch gern an die Zeit der Neugründung zurück.