Die Staßfurter Salzland-Druckerei, die einschließlich der Lehrlinge 59 Mitarbeiter beschäftigt, steht wieder auf sicheren Füßen. Diese positive Nachricht teilte der Magdeburger Rechtsanwalt Udo Müller der Staßfurter Volksstimme mit.

Staßfurt l "Mit Beschluss vom 19. Dezember 2014 hat das Amtsgericht Magdeburg das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Salzland Druck GmbH Co. KG aufgehoben. Damit wurde der traditionsreiche Druckereibetrieb aus Staßfurt binnen eines Zeitraums von nur acht Monaten im Zuge eines Insolvenzplanverfahrens saniert", so Müller.

Durch gemeinsame Anstrengungen der Geschäftsführung des Unternehmens sowie von ihm als gerichtlich bestellten Sachwalter und unter Einbindung eines Gläubigerausschusses sei es möglich gewesen, den Restrukturierungsprozess seit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenz-verfahrens am 1. April 2014 zielgerichtet voranzutreiben und erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

"Auch in diesem Insolvenzverfahren ist es gelungen, ein Unternehmen neu auszurichten und zu erhalten."

Rechtsanwalt Müller: "Der Gesellschaft ist es in der Restrukturierungsphase gelungen, ihren Betrieb ohne Umsatzeinbruch sowie ohne den Verlust auch nur eines für den Fortbestand des Unternehmens wesentlichen Kunden zu reorganisieren und den aktuellen Anforderungen des Marktes entsprechend neu auszurichten." Zu der finanzwirtschaftlichen Sanierung habe der im Insolvenzplan mit den Gläubigern der Gesellschaft vereinbarte Schuldenschnitt wesentlich beigetragen.

"Auch in diesem Insolvenz-verfahren ist es gelungen, ein Unternehmen neu auszurichten und zu erhalten", fügte Müller, der den Sanierungsprozess maßgeblich begleitete und steuerte, hinzu. Er ist zufrieden darüber, dass auch in diesem Insolvenzverfahren von den auf eine Unternehmenssanierung ausgerichteten modernen Instrumentarien des Insolvenzrechts Gebrauch gemacht werden konnte.

Zu den Tätigkeitsschwerpunkten der Müller Rautmann Insolvenzverwaltung Magdeburg gehören die Sanierungen im Zuge von Insolvenzplanverfahren sowie die Tätigkeit als Sachwalter in eigenverwalteten Insolvenzverfahren eines breiten Branchenspektrums.

"Mit der Einleitung des Verfahrens hatte ich große Bedenken, ob dieser Prozess auch zum gewünschten Erfolg führen wird."

Der Geschäftsführer der Salzland Druck GmbH Co. KG, Christian Heinrich, äußerte sich überrascht darüber, wie zügig und zielführend eine solche Restrukturierung umgesetzt werden kann.

"Mit der Einleitung des Verfahrens hatte ich große Bedenken, ob dieser Prozess auch zum gewünschten Erfolg führen wird. Im Nachhinein betrachtet, muss ich sagen, dass diese Bedenken grundlos waren und es sich gezeigt hat, wie konstruktiv die an einem solchen Prozess Beteiligten zusammenwirken können", sagte Heinrich, dem das Staßfurter Unternehmen zusammen mit Helmut Jünger aus Frankfurt am Main gehört.

Die Ursprünge des Betriebes reichen bis in das Jahr 1914 zurück. Ab 1946 wurde der Betrieb unter der Firmierung Salzland Druck weitergeführt. Anfang der 1960er Jahre erfolgte schrittweise die Umstellung vom Buchdruck in die Offsetdruck-Technologie, beginnend mit kleinformatigen Offsetdruckmaschinen bis hin zum Rollenoffsetdruck. Die Ende 1990 aus der ehemaligen Salzland-Druckerei nach einer Privatisierung hervorgegangene Salzland Druck GmbH Co. KG befindet sich seit 1995 in einer neuen Betriebsstätte im Löbnitzer Weg 10. Denn der Produktionsstandort aus alten Zeiten auf dem Prinzenberg und damit mitten in der Innenstadt platzte aus allen Nähten. Hinzu kam, dass neue Konzeptionen nach 80 Jahren Produktion die räumlichen Bedingungen des bisherigen Standortes überforderten.

Die neue Immobilie nebst Druckzentrum mit einer Produktionsfläche von 3000 Quadratmeter ist mit Maschinen ausgestattet, die dem aktuellen technischen Standard vollumfänglich entsprechen. Dort werden diverse Druckarbeiten ausgeführt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den UV-Offsetdruck auf Folien und andere Kunststoffprodukte. Zu den Hauptkunden gehören die Deutsche Post AG sowie namhafte Buchverlage, wie zum Beispiel die Ernst Klett Verlag GmbH, die Cornelsen Schulverlage GmbH und die Gabal Verlag GmbH.

Das Staßfurter Druckerei beschäftigt 54 Mitarbeiter und fünf Auszubildende.