Güsten l Das Leaderprogramm geht 2014 bis 2020 in die nächste Runde. Wie auch in anderen Regionen, sind die Verantwortlichen derzeit auch im Bereich Saale-Wipper dabei, erste Ideen für förderfähige Maßnahmen zu entwickeln. Dabei sollen EU-Fördermittel zur Sanierung der Orte oder zum Aufbau touristischer Infrastruktur verwendet werden.

Die Lokale Aktionsgruppe, die die Fördermittel kanalisiert, hat allerdings im Fall von Saale-Wipper ein viel größeres Gebiet als zum Beispiel die Aktionsgruppe "Börde-Bode-Auen" zu verantworten. Die Lokale Aktionsgruppe nennt sich in diesem Fall "Unteres Saaletal und Petersberg" und erstreckt sich vom Norden her von Nienburg und Güsten über Alsleben, Bernburg, bis vor die Stadtgrenzen von Köthen, Könnern, Wettin, Löbejün bis nach Teutschenthal, die Vororte von Halle und Landsberg im Süden.

Die Aktionsgruppe für die Förderperiode 2014 bis 2020 hat sich am 20. November 2014 neu konstituiert. Neu dabei ist: Giersleben gehört jetzt auch dazu, zuvor war die Gemeinde Teil der Aktionsgruppe "Börde-Bode-Auen". Dort war zum Beispiel im August 2014 die Manufaktur Richter eingeweiht worden. Ein ehemaliger Bullenstall auf dem Gelände des Altenpflegeheims Richter war mit finanzieller Unterstützung aus dem Leader-Programm zur Schneiderei umgebaut worden.

"Giersleben gehört jetzt zu unserem Bereich dazu. Wir fanden es besser, die gesamte Verbandsgemeinde Saale-Wipper in einem Leader-Gebiet zu verorten", erklärt Antje Böttger vom begleitenden Planungsbüro, der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt. Mit dem Fachbereich Bau der Verbandsgemeindeverwaltung habe sich über die Jahre eine gute Zusammenarbeit gefestigt.

Ende Januar gab es eine erste Konferenz, bei der die Teilnehmer Ideen sammelten, welche Projekte in dem Großgebiet bis 2020 mit Fördermitteln umgesetzt werden könnten. Bis März soll das Handlungsprogramm der Aktionsgruppe stehen. "Aus dem Bereich der Verbandsgemeinde war niemand dabei", erklärt Antje Böttcher. Im Nachhinein habe eine Privatperson aus Plötzkau Interesse signalisiert. Mittlerweile gebe es eine Liste von rund 40 Projektideen. Am Ende werden es zirka 100 Projekte auf der Liste sein, schätzt Antje Böttger.

Dass sich bisher kein Vertreter der Verbandsgemeinde, der einzelnen Gemeinden oder weitere Privatpersonen gemeldet haben, sei jedoch kein Problem, so Antje Böttcher. "Wir erstellen jetzt ja nur die grobe Richtung für unser Gebiet. Neue Projektideen können auch später noch während der Förderphase hinzukommen. Es ist ein Prozess." Wer Ideen für förderfähige Vorhaben hat, könne auch nach März noch an die Aktionsgruppe herantreten.

Die Verbandsgemeinde Saale-Wipper hat bereits in der letzten Förderperiode 2007 bis 2013 vom Leader-Programm profitiert. In Plötzkau wurde der Dorfteich auf Vorschlag des Anglervereins Plötzkau entschlammt und wiederhergestellt, um das Ortsbild zum Positiven zu verändern. Es sollten dazu ein Fischlehrpfad und eine Arbeitsgemeinschaft "Angeln" an der Grundschule entstehen.

In der Gemeinde Ilberstedt wurden Stallanlagen, die zur alten Domäne gehörten, abgerissen. Die Ruinen waren lange der "Schandfleck" des Ortes und machten dann einer attraktiveren Freifläche Platz.