Wer die Egelner Wasserburg besucht, könnte gezeichnet werden. Der Maler Klaus Gumpert hat in der historischen Burganlage sein Atelier. Für die Volksstimme öffnete er die Tür für ein Gespräch über sein Leben, die Kunst und das Schöne daran.

Egeln l Während das Blitzlicht des Fotoapparates blinkt, zeichnet Klaus Gumpert drauf los. Der Bleistift wirbelt über das Papier. Genüsslich zieht der Künstler mit dem langen Bart an seiner Pfeife. Als das Porträt des Malers für diesen Beitrag im Kasten ist, zeigt "Gumpi" nach gefühlten fünf Minuten die Zeichnung in die Kamera. "Dat bin icke", sagt er in der für ihn typischen Mundart. Eigentlich wäre diese Erklärung nicht nötig gewesen. Natürlich ist sofort zu erkennen, wen die Schnellzeichnung zeigt.

"Ich habe schon als Knirps gemalt."

Unzählige Bilder zieren die Wände in seinem Atelier. Porträts, Grafiken, illustrierte Karten, lustige Karikaturen, Werke im expressionistischen Stil. Wie viele Ausstellungen Klaus Gumpert damit schon gegeben hat, kann er so genau nicht sagen, so viele waren es. Malen ist sein Leben. Wenn immer es die Zeit erlaubt, greift er zum Papier. Schon als kleiner Junge in den 1950er Jahren. "Ich habe schon als Knirps gemalt", erinnert sich der Künstler. Etwa dann, wenn er mit den Eltern im Urlaub war. Dann habe er sich vor allem gern Gebäude und Kirchen angeschaut und gezeichnet. Später kamen Figuren und Tiere dazu. Klaus Gumpert berichtet, dass er dafür immer wieder gern in den Zoo ging.

Für ihn stand fest, dass sein Beruf, das Hobby aufgreifen muss. Klaus Gumpert absolvierte ein Pädagogikstudium in Erfurt und unterrichtete danach als Kunstlehrer. Bis 1985 folgte ein nebenberufliches Studium der autodidaktischen Art unter Anleitung. Später bildete er selbst sogar Lehrer aus. Nach der Wende unterrichtet Klaus Gumpert Kunst am Egelner Gymnasium. Zu dieser Zeit richtete er sich sein Atelier auf der Wasserburg ein. Er arbeitete als Maler, Grafiker und Lehrer.

Seitdem er im Ruhestand ist, kann er sich voll und ganz auf die Kunst konzentrieren. Seit 15 Jahren illustriert Klaus Gumpert, der 1942 in Schönebeck Salzelmen geboren wurde, Bücher. Werke von Günter Preuß hat er schon bebildert. Außerdem arbeitet er für die Magdeburger Kinder-Uni. Die Kooperation läuft seit 2004. Damals wurden erstmals Bücher zu den einzelnen Veranstaltungen herausgegeben. Bis heute gestaltet Klaus Gumpert die Literatur dazu.

In Egeln öffnet er sein Atelier außerdem immer donnerstags. Dann trifft sich seit 1997 eine Malschule. Die Teilnehmer kennen sich. Einige haben zum Teil schon eigene Ausstellungen eröffnet. Bei Klaus Gumpert haben sie schon viel zur Farblehre und der Komposition eines Bildes gelernt. Auch die Verbindung zur Hochkunst und das Betrachten von Zeichnungen spielt in den Kursen eine Rolle. So sollen die Schüler über die Vermittlung von Grundtechniken zu ihrem eigenen Stil finden, erklärt der Leiter.

Er nennt einen anstehenden Termin. Die nächste Ausstellung der Malschule mit sechs Teilnehmern öffnet auf der Wasserburg am 22. März.

Das Gespräch mit Klaus Gumpert zeigt, wie vielschichtig seine Arbeit ist. "Ich bin experimentierfreudig und vielseitig", sagt er über sich selbst. Und was ist für ihn das Schöne am Zeichnen? "Jedes Stück, was man anfertigt, ist ein Stück lebendig gewordene Seele. Spontanität spielt eine große Rolle. Auch der Zufall gehört dazu. Temperament", kommt er ins Schwärmen.

Diese Botschaft vermittelt für den kreativen Mann mit der humorvollen Art auch die Musik. Historische Instrumente sind seine zweite Leidenschaft. Schon in seiner Kindheit spielte Klaus Gumpert Akkordeon. Instrumente des Ziehharmonika-Bauers Friedrich Gessner aus Magdeburg haben es ihm besonders angetan. Sie sind schon weit über 100 Jahre alt. Fünf Raritäten dieser Art kann Klaus Gumpert sein Eigen nennen.

Mit Begeisterung spielt er darauf. Spontan greift er zu einem Instrument. Die linke Hand greift den Bass. Der Blasebalk bewegt sich hin und her. Klaus Gumpert lächelt zufrieden fast so als würde er zeichnen.