Das Sodawerk will zur Sicherung seiner Rohstoffbasis zwei neue Kavernen in der Gemarkung Löderburg anlegen. Sie sollen für die Solegewinnung genutzt werden.

Staßfurt l Zur Sicherstellung der Sodaproduktion benötigt das Chemieunternehmen pro Jahr rund 800 000 Tonnen Natriumchlorid (Kochsalz), informierte der zuständige Leiter des Sodawerkes Christian Klee, in der jüngsten Sitzung des Bau- und Wirtschaftsausschusses. Für die ausgesolten Kavernen benötige man innerhalb von zwei Jahren Ersatz.

Das Unternehmen plant deshalb den weiteren Ausbau des Kavernenfeldes durch Abteufen von zwei weiteren Kavernenbohrungen im südlichen Teil Bergbaufeldes "Staßfurter Sattel I Süd B". Dort sollen die geplanten Tiefkavernen S 117 und S 118 zwischen 500 bis 1100 Meter Tiefe unter Berücksichtung der Standsicherheit und dem entsprechenden Sicherheitsabstand zum Altbergbau angelegt werden. Drei werden zur Zeit für die Soleproduktion genutzt.

Es sei aber noch keine Entscheidung gefällt worden, ob die entstehenden Hohlräume später als Erdgasuntergrundspeicher oder für die Solegewinnung genutzt werden, sagte Klee. Die Konturen der Kavernen werden davon beeinflusst, was man später damit anfangen wolle.

Die Nutzung müsse zu gegebener Zeit geprüft werden. Dazu mache sich die Aufstellung eines Betriebsplanes erforderlich. "Wir können heute noch nicht entscheiden, wie der Bedarf in eineinhalb Jahren ist", sagte Christian Klee.

"Geplant ist optional eine Nachnutzung der Tiefkavernen als Gasspeicherkavernen. Sollte keine Nachnutzung als Speicherkaverne erfolgen, ist ein Endausbau als großvolumige Solkaverne vorgesehen", heißt es dazu in der Beschlussvorlage. Die erste Bohrung, so fügte er hinzu, soll frühestens Ende 2017 niedergebracht werden.

Der Bau- und Wirtschaftsausschuss, der im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eine planungsrechtlichen Stellungnahme zu diesem Vorhaben abgeben muss, stimmte nach der Diskussion diesem wichtigen Projekt zur Standortsicherheit des Sodawerkes bei zwei Gegenstimmen mehrheitlich zu.

Hätte der Ausschuss sich geweigert beziehungsweise eine negative Stellungnahme abgegeben, hätte die Genehmigungsbehörde nach Aktenlage eine Entscheidung gefällt, so die Verwaltung. Darauf wollten es die Ausschussmitglieder nicht ankommen lassen.

"Vom Antragsteller ist daher sicherzustellen, dass die Immissionswerte für die nächstgelegenen Wohnstandorte eingehalten werden."

Die Stadtverwaltung hatte dazu im Dezember des vergangenen Jahres eine Stellungnahme an das Dezernat 13 für Bohrlochbergbau und Untergrundspeicher des Landesamtes für Geologie und Bergwesen geschickt.

Dabei handelte es sich nicht um eine Einverständniserklärung, betonte die Leiterin des Fachdienstes für Planung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Anke Michaelis-Knakowski.

In dem Schreiben stellte sie fest, dass nach der Prüfung die geplanten Anlagen wegen der besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich ausgeführt werden können. "Vom Antragsteller ist daher sicherzustellen, dass die Immissionswerte für die nächstgelegenen Wohnstandorte eingehalten werden und somit die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewahrt bleiben", so Michaelis-Knakowski.

Aufgrund von vorliegenden Gutachten sei eine Typkaverne entwickelt worden, die hinsichtlich der einzuhaltenden Schutz- und Sicherheitsabstände sowohl den Anforderungen einer tiefen Gasspeicherkaverne als auch denen einer großvolumigen Soleproduktionskaverne entspreche.

Den Berechnungen der Verwaltung zufolge werden die beiden neuen Kavernen rund 800 Meter von der Ortslage Neustaßfurt, rund 700 Meter vom Kumpelstieg 44 in Staßfurt und 300 Meter von der Gartenanlage am Athenslebener Weg in Staßfurt entfernt sein.