Güsten l Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Saale-Wipper braucht einen neuen Einsatzleitwagen für die Ortswehr Güsten. Das meint der Wehrleiter Gert Lehmann und erläuterte beim Brandschutzausschuss der Verbandsgemeinde am Mittwoch seine Vorstellungen dazu.

Ein Einsatzleitwagen (kurz: ELW) dient den Kameraden vor allem zur Koordination mehrerer Einheiten bei größeren Einsätzen. "Der jetzige Einsatzleitwagen der Ortswehr Güsten stammt aus dem Jahr 1991, ist also 24 Jahre alt", erklärt Gert Lehmann. "Es sind immer mehr Reparaturen notwendig", sagt er.

Deshalb wünscht er sich - und sicher auch seine Kameraden - ein neues, modernes Fahrzeug, das den technischen Anforderungen von heute entspricht. Zu einem solchem Einsatzleitwagen gehören ein Funkraum und ein Besprechungsraum, wobei das Fahrzeug, das Gert Lehmann als seinen Favoriten vorstellte, für vier Personen zugelassen ist. Der Funkraum verfügt über einen voll ausgestatteten PC-Arbeitsplatz mit zwei Sitzplätzen. Am Computer, der per LTE-Router mit dem Internet verbunden ist, können Lagepläne aufgerufen und die ganze Kommunikation dokumentiert werden. Telefon und Funk sind eingebaut.

Trotz des Bedarfes, den die Ortswehr offenbar an diesem Feuerwehrauto hat, machten die Ausschussmitglieder deutlich, dass die Anschaffung nicht gesichert ist. Alexander Weimann (Die Linke) sagte: "Es kann sein, dass das ganze Projekt nichts wird, wenn die Zahlen im Haushalt so bleiben." Die Höhe der Investitionen sei im Verbandsgemeindehaushalt viel größer als die Summe, die tatsächlich zur Verfügung stehe. "Alles, was in unserem Haushaltsplan steht, können wir nicht umsetzen", sagte auch Ausschussvorsitzender Helmut Zander (Fraktion Saale-Wipper).

Alexander Siersleben (Fraktion Saale-Wipper) ärgerte sich, dass immer Wunschlisten zusammengestellt werden, die wegen Geldmangel letztendlich doch zusammengestrichen werden müssen. "Warum kann man den Wehren nicht gleich mitteilen, wieviel Geld sie zur Verfügung hätten", plädierte er für ein umgekehrtes Vorgehen.

Hermann Heukamp (Fraktion Saale-Wipper) deutete an, dass ein mit so viel Elektronik ausgestattetes Auto schnell überholt sei und sich bei den wenigen Einsätzen nicht lohne. Gert Lehmann reagierte leicht gereizt: "Wenn etwas ist, haftet erst die Gemeinde, dann der Verbandsgemeindeleiter und dann erst ich."

Ob das Fahrzeug tatsächlich beschafft werden kann, ist derzeit noch völlig unklar.