Staßfurt l "Wir sind ständig auf der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten", sagte die Bereichsleiterin des Jobcenters in Staßfurt, Doreen Albrecht.

Sie berichtete den 35 Firmenchefs, die der Einladung der Stadt zu dieser Veranstaltung ins Salzlandcenter gefolgt waren, dass ihre insgesamt 37 Mitarbeiter, davon 29 Fallmanager, im vergangenen Jahr 815 Langzeitarbeitslose in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermitteln konnten. "Das ist eine enorme Größenordnung", so Albrecht. Auch wenn sie nur 17 Prozent der im Altkreis registrierten 4781 Hartz-IV-Empfänger ausmache.

Den Arbeitgebern stelle das Jobcenter für die Eingliederung dieses Personenkreises in den ersten Arbeitsmarkt einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent des Arbeitsentgeldes sowie einen pauschalierten Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag bis zu 20 Prozent zur Verfügung. Diese Unterstützung könne bis zu zwölf Monate gewährt werden, sagte Albrecht. Dafür stünden in diesem Jahr im Altkreis insgesamt 500 000 Euro bereit.

"Damit können wir solchen Personen die Möglichkeit geben, die sonst keine Chance hatten."

Weitere 50 000 Euro seien zur Förderung von Arbeitsverhältnissen von Personen mit mehreren Vermittlungshemmnissen gedacht. "Damit können wir Personen die Möglichkeit geben, die sonst keine Chance hatten", sagte die Bereichsleiterin.

Dieses Instrument sei im vergangenen Jahr aber nur sehr zurückhaltend in Anspruch genommen worden. 2014 habe es je Monat nur 63 derartiger Förderfälle gegeben.

Oberbürgermeister René Zok (parteilos) nutzte die Gelegenheit, um die Unternehmer über die Investitionstätigkeit der Stadt zu informieren. Dabei nannte er das wichtigste Vorhaben, das in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll, den Bau einer neuen Dreifeld-Sporthalle für rund vier Millionen Euro. Die notwendigen Fördermittel von 1,98 Millionen Euro seien beim Innenministerium beantragt worden. Zok glaubt nicht, dass die Kommune die volle Summe erhalten werde. "Aber wir sind für jeden Euro dankbar", sagte der Oberbürgermeister. Seinen Informationen zufolge befinde sich Staßfurt auf Platz vier der Prioritätenliste des Landes.

Zok ging auch auf die derzeit laufende Diskussion um das Für und Wider der Dickstoffversatzanlage des Sodawerkes ein, für die beim Land der Dauerbetrieb beantragt wurde. Dazu werde es am 26. Februar, 18 Uhr, im Mehrzwecksaal der Stadtwerke eine Informationsveranstaltung geben.

Der Wirtschaftsförderer der Stadt, Christian Schüler, teilte mit, dass die Stadt auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit den bewährten Partnern wieder einen Berufsorientierungstag (BOT) durchführen wird. Er wird am 30. September 2015 stattfinden. Auf diesen Termin habe man sich mit den Netzwerkpartnern verständigt.

"Das ist ein Novum für Staßfurt, dass man das Abitur mit wirtschaftlichem Hintergrund erwerben kann."

"Dabei handelt es sich um einen Mittwoch und nicht wie bisher um einen Freitag", sagte Schüler und fügte hinzu: "Wir erhoffen uns davon eine bessere Besucherfrequenz in den Nachmittagsstunden."

Doris Knöfel von der Investitionsbank des Landes stellte den Unternehmern die Möglichkeiten der Investitionsförderung vor, die die neue Förderperiode mit sich bringt.

Dabei beleuchtete sie insbesondere das Programm "Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsstruktur". Davon könne überwiegend der produzierende Bereich profitieren. Es gebe aber auch ein paar Ausnahmen, sagte Knöfel. Sie empfahl den Firmenchefs, sie oder ihre Kollegen anzusprechen, wenn es einen Beratungsbedarf gebe. Weiterhin regte die Beraterin an, sich für den Newsletter der Investitionsbank anzumelden, um keine wichtige Förderinformation oder -regelung zu verpassen.

Den umfangreichen Leistungskatalog der Berufsbildenden Schulen Aschersleben-Staßfurt Wema stellte deren Leiterin Veronika Schmidt vor. Dort werden rund 1300 Schüler, davon 858 Teilzeitschüler, in 45 Klassen von 67 Lehrkräften unterrichtet. "Wir vermitteln alle Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur", sagte sie. Während am Standort Aschersleben die Metallberufe konzentriert seien, seien es in Staßfurt die Wirtschaftsberufe.

Im vergangenen Jahr sei die Außenstelle in Staßfurt-Nord geschlossen worden. Das gleiche sei mit dem Standort in der Froser Straße in Aschersleben geplant. In der Salzwerkstraße 6 in Staßfurt, wo etliche Räume leer stehen, will Schmidt das derzeit noch in Aschersleben untergebrachte Fachgymnasium der Berufsbildenden Schulen mit den zwei Ausbildungsprofilen Wirtschaft/Verwaltung und Gesundheit/Soziales ansiedeln. Es soll die Schüler in drei Jahren zur allgemeinen Hochschulreife führen. Der Unterricht soll mit Beginn des neuen Schuljahres 2015/2016 in Staßfurt aufgenommen werden.

Schmidt: "Das ist ein Novum für Staßfurt, dass man hier das Abitur mit einem wirtschaftlichen Hintergrund erwerben kann."