Die Bäume in der Osmarslebener Lindenstraße sehen nicht nur unschön aus. Der Schnitt war so radikal, dass sogar die Naturschutzbehörde einschreiten musste.

Osmarsleben l Anfang Februar rückte eine beauftragte Firma in der Lindenstraße in Osmarsleben an. Die Bäume wurden stark beschnitten. Während Zeitpunkt und Art und Weise des Schnitts von Baumart zu Baumart variieren kann, war die hier angewandte Methodik nicht einfach nur unschön anzusehen, sondern ließ den einen oder anderen auch zweifeln, ob das förderlich für das Wachstum der Pflanzen sei.

Die zuständige Naturschutzbehörde, der Fachdienst Natur und Umwelt des Salzlandkreises, wurde über die Baumschnittarbeiten in Güsten informiert, teilt die Sprecherin des Kreises, Alexandra Koch, auf Anfrage mit. "Nach einem ersten Vororttermin wurden die noch ausstehenden Restarbeiten von Mitarbeitern des Sachgebiets Naturschutz gestoppt."

Zwar sind Städte und Gemeinden für Bäume an Gemeindestraßen in den Ortschaften selbst verantwortlich. Allerdings fungiert der Landkreis als eine Art Aufsichtsbehörde und ist für den Schutz von Alleen und Baumreihen zuständig. Arbeiten, die Alleen und Baumreihen beeinträchtigen oder zerstören können, bedürfen einer Ausnahmegenehmigung durch die Naturschutzbehörde. Alleen sind durch das Naturschutzgesetz besonders geschützt.

Bei der Lindenstraße in Osmarsleben handelt es sich um eine solche Allee. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung mussten, so die Kreissprecherin, vor Ort offenbar feststellen, dass diese Radikalkur alles andere als sinnvoll war: "Leider wurde hier erneut eine Art des Baumschnitts gewählt, die die Entwicklung und die Vitalität der Bäume stark beeinträchtigt." Die Landkreissprecherin erklärt, dass die Arbeiten von der Stadt Güsten beauftragt wurden. Deshalb habe es in dieser Woche ein Termin zwischen Bürgermeister Helmut Zander und den Kreismitarbeitern gegeben, was Zander bestätigt: "Uns wurde noch einmal erklärt, wie das zu handhaben ist."

Die Verantwortung für den Baumschnitt will allerdings keiner übernehmen. Bürgermeister Helmut Zander sagt der Volksstimme, die Verbandsgemeindeverwaltung habe den Auftrag gegeben. Steffen Globig als Verwaltungschef sagt der Volksstimme, die Verwaltung war es nicht, er selbst habe die Naturschutzbehörde gerufen.