Nach Gesprächen mit Vertretern des Umweltamts vom Landkreis räumt der Güstener Bürgermeister Versäumnisse bei der Baumpflege ein. Jetzt gelte es, einige Problemfälle abzuarbeiten. Nicht alle Bäume dürfen allerdings gefällt werden, die nach Meinung der Stadt weg müssten.

Güsten l Helmut Zander begann in seinem Bericht vorm Stadtrat Dienstagabend mit der jüngsten Kritik am Kahlschlag in der Osmarsleber Lindenstraße (Salzland-Kurier berichtete).

"Tatsache ist, dass wir schon vor 30 Jahren Versäumnisse zugelassen haben."

"Wir haben uns vom Landkreis nochmal informieren lassen, was wir verkehrt gemacht haben", so der Bürgermeister, "Tatsache ist, dass wir schon vor 30 Jahren Versäumnisse zugelassen haben beim Baumschnitt." Auch die Linden an der Aschersleber Straße in Güsten habe man zu groß werden lassen.

Ausschlaggebend für radikale Schnitte wären aber auch Beschwerden von Bürgern gewesen - weil Bäume, auch die Linden in der Leopoldshaller Straße zum Beispiel - schon die Dächer berührt hätten. "Wir müssen jetzt was machen", resümiert Zander zum Gespräch mit den Vertretern des Umweltamts, das im Übrigen sehr konstruktiv verlaufen sei. Man stelle sich den Aufgaben, zu denen auch Ersatzpflanzungen für die gefällten Linden vorm Rathaus zählen. Insgesamt müsse man sich künftig stärker mit dem Baumschnitt befassen. Zander baut dabei auch auf eine neue Mitarbeiterin, die von der Verbandsgemeinde eingestellt wurde und als Baum-Expertin gelte.

"Hier gab es eine jähe Wendung vom Landkreis. Die Pappeln müssen alle gefällt werden."

Durch die zwischenzeitliche Einstellungsverfügung der Arbeiten sei man im übrigen in Zeitverzug geraten. Als Folge habe man aber eine Ausnahmegenehmigung bekommen, die Arbeiten bis in den März hinein abzuschließen.

Ein großes Problem gelte am Warmsdorfer Sportplatz zu lösen. "Hier gab es eine jähe Wendung vom Landkreis. Die Pappeln dürfen nicht nur, sondern müssen alle gefällt werden. Sie stellen eine Gefahr dar." Den Auftrag werde die Stadt ausschreiben müssen, weil die Technik des Bauhofs für die großen Bäume nicht ausreiche, erklärte Zander speziell nochmal Gunther von Kalnassy.

Der Warmsdorfer hatte in der Einwohnerfragestunde auf einen schnelleren Termin für die Fällarbeiten gepocht, als sie für den Herbst geplant waren. "Vielleicht können wir da auch eher ran", waren Zanders letzte Worte zu diesem Fall.

Er kündigte noch an, dass in absehbarer Zeit die große Kastanie zwischen evangelischer Kirche in Güsten und Garagenkomplex gefällt werden dürfe, weil die Wurzeln schon die Fundamente angreifen. Als Ersatz sind zwei Kugelahorn angekündigt.

Keine Genehmigung habe man dagegen für die großen Pappeln auf dem Amesdorfer Festplatz bekommen. Das Totholz dürfe aber entfernt werden.