Förderstedt l "Das war das alte Spritzenhaus", erklärt Renate Wendel aus Förderstedt. "In dem Turm rechts aus Holz wurden die Schläuche nach Gebrauch hingehangen zum Trocknen", erklärt sie. Es handelte sich um die Löschwasserschläuche der Feuerwehr. Etwa bis in die 70er Jahre muss die Feuerwehr dort untergebracht gewesen sein, bevor sie umzog in die Bobie. Renate Wendel erinnert sich auch, dass dort bis in die 80er Jahre Gemüse und Obst aufgekauft wurde, womit sich die Menschen etwas dazuverdienten. Das Gebäude ist heute in Privatbesitz und wird als Garage verwendet.

Lothar Messerschmidt aus Förderstedt berichtet: "Beliebt bei uns Kindern war das `Klettern und Hangeln an den Schläuchen`, was natürlich offiziell nicht erlaubt war." Auch Erika Schröder hat als Kind in den 50er Jahren dort gespielt.

Karin Ehrenberg hegt ebenfalls Kindheitserinnerungen an das Gebäude: "Vor dem Holzturm gab es eine kleine Rasenfläche, dort haben wir Kinder aus den umliegenden Wohnhäusern gern Wolldecken ausgebreitet und dann wurde mit den Puppen gespielt oder es wurden Kränze geflochten aus den dort wachsenden Wiesenblumen und in meiner Kindheit gab es noch recht viele Kinder, die draußen gespielt haben."

Walter Trautewig aus Förderstedt erzählt, dass er 25 Jahre lang bei der Feuerwehr war. An den ehemaligen Wehrleiter Otto Schulze erinnert er sich gut: "Als wir dort immer dienstags Dienst hatten, kam unser Wehrleiter Otto Schulze - das war so ein gemütlicher Mensch - stets angeschlichen und wir haben so getan, als würden wir ihn nicht bemerken. Als er um die Ecke war und dann wieder kam, riefen wir Kameraden `Feuerwehr Achtung!`. Da hatte er sich gefreut und sagte `Weitermachen` und alles stand still." 30 bis 40 Jahre lang muss Otto Schulze Wehrleiter gewesen sein, meint Walter Trautewig. Auch er schätzt, dass die Wehr bis in die 70er Jahre dort untergebracht war.

Die Feuerwehr löschte Brände früher mit den Feuerwehrspritzen. Das war eine Art Wagen, der von einem Pferd gezogen wurde und wo das Wasser noch per Hand gepumpt werden musste. Die Volksstimme hatte 2014 auch ein historisches Foto von Heinz Osterwald und Lothar Behrendt auf einem solchen Gefährt veröffentlicht.

Ulrich Gentsch aus Förderstedt kann sich an ein Feuerwehrauto erinnern, das damals von der Wehr genutzt wurde. Das Fahrzeug hatte Vollgummiräder und verfügte über einen Lanz-Bulldog-Motor. "Den hat man nach 1945 in Dünklers Steinbruch versenkt", weiß Ulrich Gentsch. Warum das geschah, kann er auch nicht genau erklären. Der Steinbruch ist heute nicht mehr existent, er wurde zugeschüttet und befand sich auf der heutigen Ackerfläche direkt hinter dem Ortsausgang Förderstedt Richtung Staßfurt.

"Dann hatten sie kein Löschfahrzeug mehr und wollten die Traktoren von der LPG holen, um einen Löschanhänger dahinter zu hängen. Aber bei der LPG war oft kein Traktor verfügbar", erzählt Ulrich Gentsch. Und das Depot sei oft selbst "abgesoffen", es stand am tiefsten Punkt von Förderstedt.

Richtig geraten hat auch Thomas Kultisch. Gewonnen hat Karin Ehrenberg. Sie kann sich ihren Gewinn in der Redaktion, Gollnowstraße 6 in Staßfurt, abholen. Herzlichen Glückwunsch!

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