Mit gemischten Gefühlen beobachtet der Egelner Bürgermeister Reinhard Luckner die Finanzdebatte in der Verbandsgemeinde. Die Zeit der großen Investitionen hält er für beendet.

Egeln l Die von der Verbandsgemeinde kürzlich angestoßene Finanzdebatte, wonach die Verbandsgemeinde ihre Umlagen deutlich senken wolle, führten nicht automatisch zum Wohlstand in den Mitgliedsgemeinden, sagt Reinhard Luckner. Der Egelner Bürgermeister meint, dass die Verbandsgemeinde sowie die Mitgliedsgemeinden in den kommenden zwei Jahren kaum noch etwas investieren könnten. Denn trotz einer sinkenden Umlage für die Mitgliedskommunen, breche in der Stadt Egeln nicht über Nacht der Wohlstand aus. Zwar dürfte die Stadt mehr Geld zur Verfügung haben. Allerdings haben sich in den zurückliegenden Jahren auch jede Menge Schulden angesammelt. Nach einer Aufstellung der Kämmerei schob allein Egeln zum Jahresende 2014 ein rund 3,5 Millionen Euro großes Defizit vor sich her.

Allerdings hat die geplante Absenkung der Verbandsgemeindeumlage auch Vorteile für die Kleinstadt an der Bode. In der Zukunft kann die Stadt in ihrem Konsolidierungsprogramm nachweisen, dass ihr wahrscheinlich etwas Geld bleibt, um die Fehlbeträge der zurückliegenden Jahre aufzufangen. Das würde in einigen Jahren schließlich dazu führen, dass die Stadt keine neuen Schulden mehr machen muss, sondern mit dem eigenen Steueraufkommen auskommen kann.

Wie sich die Haushaltssituation darstellt, will Bürgermeister Reinhard Luckner am Mittwoch, dem 18. März, mit den Mitgliedern des Hauptausschusses der Stadt besprechen. Neben der Präsentation der Zahlen für das abgelaufene Jahr, zu denen sich die Verbandsgemeinde in Widerspruch mit dem Landkreis zum abgelehnten Etat befindet, soll es vor allem um die Zahlen für 2015 gehen. Ob 2015 Investitionen möglich sein werden, ist dabei vor allem offen. Vor allem im Hinblick auf die Forderung der Kommunalaufsicht, der Verbandsgemeinde einen Teil der vom Land überwiesenen Investitionspauschale abzugeben. Wie viel die Verbandsgemeinde davon beanspruchen will, ist aktuell noch offen. Eine Empfehlung hat der Finanzausschuss dazu noch nicht abgegeben.