In Schneidlingen werden Kinder und Jugendliche der Oskar Kämmer Sekundarschule "Leben lernen" für den Alltag im späteren Job frühzeitig sensibilisiert. Damit der Gang zur Arbeit sie später mit Freude erfüllt, sollen sie rechtzeitig erfahren, welche Bandbreite das Spektrum eines Berufs zu bieten hat. Ein besonderer Tag hat Mittwoch dazu beigetragen.

Schneidlingen l Einsatzbereiche bei einem Job bei der Polizei variieren. Da wären zum einen die typischen Schutzpolizisten. Aber es gibt auch noch Spezialeinheiten, die Bereitschaftspolizei, die Wasserschutzpolizei und die Kriminalisten. Welche Voraussetzungen für die Ausbildung nötig sind, konnten Schüler in Schneidlingen am Dienstag von den zwei Regionalbereichsbeamten der Stadt Hecklingen erfahren.

"Bei den Mädchen geht der Trend in den Bereich Erziehung ."

Mathias Bönisch und seine Kollegin Ramona Weidenhagen waren unter den vielen Referenten zum Tag der Berufe. Dieser wird an der Sekundarschule Jahr für Jahr durchgeführt. "Wir laden Eltern und andere befreundete Betriebe ein, die den Kindern ihren Beruf vorstellen", erklärt Lehrerin Anke Otto. Sie leitet den Projekttag und zeigt einen Plan mit den Zeiten. Eine Präsentation ist mit jeweils 40 Minuten angesetzt.

Den ganzen Tag finden Vorstellungen statt. Jeweils vier Berufsreferenten sind zur selben Zeit eingetaktet. Fünf Durchgänge finden von 8 Uhr in der Früh bis zum Mittag statt. Die Mädchen und Jungen haben sich vorher für die Berufe eingeschrieben, die sie am meisten interessieren. An Vielfalt mangelt es nicht: Vom medizinischen Fachangestellten, der Podologin und dem Elektriker über den Polizeibeamten und den Beruf des Fahrdienstleiters bei der Bahn sowie Berufe im Bauwesen bis hin zum Systemadministrator ist alles dabei.

"Wir möchten die Kinder und Jugendlichen unserer Schule langsam an den Berufsalltag heranführen. Es ist von Vorteil, wenn Eltern im Klassenraum erklären, worauf es in der Praxis ankommt und worauf Wert gelegt wird", erklärt Anke Otto. Für Schulleiterin Elke Atzler ist es ebenfalls ganz wichtig, frühzeitig Schnupperangebote zu ermöglichen, um den Kindern aufzuzeigen, welches Spektrum jedes Berufsfeld zu bieten hat. Schon die Kinder in der 5. und 6. Klasse nehmen am Tag der Berufe teil. Für sie sei der Praxistag eine Möglichkeit auszuloten, in welche Richtung ihre Schul-Praktikumswahl später geht.

Das absolvieren die Jugendlichen aus Schneidlingen jeweils zwei Wochen in der 8. und 9. Klasse. Und welche Berufe sind am beliebtesten? "Bei den Mädchen geht der Trend in den Bereich Erziehung", weiß Anke Otto. Bei den Jungen sei die Wahl sehr vielfältig, sagt sie. Einige absolvieren ihr Praktikum beim Soda-Werk, andere im Bereich der Automobilbranche im Verkauf oder der Reparatur.

Betriebe beklagen, Lehrlinge zu finden

Das Handwerk kam beim Tag der Berufe ebenfalls nicht zu kurz. Ein Bäckermeister informiert die Jugendlichen über seine Arbeit. Andreas Försterling erklärt Berufe im Bauwesen. Dabei sei es für Betriebe derzeit auch nicht einfach, geeignete Auszubildende zu finden, sagt er der Volksstimme. Umso mehr sieht der Ingenieur die Veranstaltung als Chance, potenzielle Lehrlinge zu begeistern. Ganz wichtig sei zunächst natürlich das Interesse und die Motivation. Dann sei es für die Anwärter ein Leichtes, den eigentlich normalen sozialen Anforderungen an die Arbeitswelt gerecht zu werden. Werte und Normen wie Zuverlässigkeit, Benehmen und Pünktlichkeit seien in der heutigen Zeit bei weitem nicht überall selbstverständlich. In erster Linie gehe es aber auch um die Grundkenntnisse und damit verbundene gute Schulnoten. An der Sekundarschule in Schneidlingen scheint das Ansinnen mit der intensiven Berufsvorbereitung und einer damit verbundenen Findungsphase aufzugehen. Lehrerein Anke Otto kann berichten, dass bisher alle Schüler in jedem Jahrgang nach dem Schulabschluss eine Lehre beginnen konnten oder eine weiterführende Schule besuchten. In Schneidlingen lernen derzeit 132 Kinder und Jugendliche.