Wie läuft das eigentlich mit dem Apotheken-Notdienst? Diese Frage ließ sich der Stadtseniorenrat ausführlich von Dr. Michael Teuber erklären, der die Bereitschaft in Staßfurt und Umgebung koordiniert.

Stafurt l Immer wieder gibt es Beschwerden von Senioren darüber, dass Staßfurter ein dringend benötigtes Medikament am Wochenende nur im Raum Aschersleben oder Bernburg erhalten konnten. Das nahm der Seniorenbeirat zum Anlass für die Einladung des Gesprächspartners. Dr. Michael Teuber, selbst auch Inhaber einer Apotheke in Staßfurt. Er erläuterte zunächst die gesetzlichen Grundlagen.

"Nach dem Apothekengesetz sind alle Apotheken zur Dienstbereitschaft verpflichtet, nicht nur Stadtapotheken, sondern auch die Apotheken aus dem Umland", erklärte der Gast. Für jedes Jahr würden Notrufpläne von der zuständigen Landesbehörde erstellt. Sogenannte Vollnotdienste gelten für jeweils 24 Stunden von acht Uhr bis acht Uhr am folgenden Tag und werden nur von Apothekern beziehungsweise Pharmazieingenieuren durchgeführt. "Sie sind allerdings nur für echte Notfälle und nicht für Bagatellfälle gedacht", machte Teuber deutlich. Im ländlichen Raum sei dafür eine Entfernung von bis zu 25 Kilometern zur nächsten dienstbereiten Apotheke zulässig. Um diese Entfernung zu verringern, haben die Apotheker eine Notdienstgemeinschaft mit Aschersleben und Bernburg gebildet.

Durch die notärztliche Krankenhausversorgung in diesen Orten hat dies den positiven Effekt, dass Arzt und Apotheker meist in derselben Stadt sind. "Eine Kombination mit dienstbereiten Apotheken läuft dergestalt, dass die Wege von den einzelnen Orten zur jeweiligen Apotheke so kurz wie möglich sind. Zusätzlich zum gesetzlich vorgeschriebenen Bereitschaftsdienst leisten immer eine oder zwei Stadtapotheken freiwillige Kurzdienste an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr", erklärte der Redner weiter. Dies sichere auch dann eine wohnortnahe Arzneimittelversorgung, wenn der reguläre Volldienst in einer der anderen Städte geleistet werde.

Bei dem hiesigen relativ dichten Netz gut ausgebauter Straßen von Autobahn bis Landstraße sei man in der günstigen Lage - verglichen mit Nachbarkreisen - dass von jedem Ort immer eine dienstbereite Apotheke schnell zu erreichen ist. Da auch im Staßfurter Krankenhaus nicht immer eine notärztliche Versorgung geleistet werden kann, sind die Bürger auch auf die Krankenhäuser im Umland und damit auf deren Apotheken angewiesen.

"Dabei kommt es auch auf jeden Einwohner an, eine gewisse Vorsorge zu treffen"

"Dabei kommt es auch auf jeden Einwohner an, eine gewisse Vorsorge zu treffen", empfiehlt Dr. Teuber. Jeder sollte sich informieren, welche Apotheke in einem Notfall von ihm genutzt werden kann. Gerade in Randgebieten des Notdienstbezirkes könne es sinnvoll sein, auch die Dienste der angrenzenden Notdienstbezirke zu kennen.

Dr. Teuber rät, in Notfällen die Nummer der Rettungsleitstelle zu nutzen. Diese kann die tagesaktuellen Informationen zu allen Diensten liefern, egal ob Arzt, Krankenhaus oder Apotheke (siehe unten).

Unbedingt sollte man aber vor Fahrtantritt klären, welche Apotheke zu dieser Zeit dienstbereit ist.

Der Stadtseniorenrat regte an, auch die Aushänge der Stadtverwaltung in den Ortschaften für diese wichtigen Kontakte zu nutzen.

Jede Apotheke hat im Eingangsbereich den für sie geltenden Notdienstplan. Bürger können die nächstgelegene dienstbereite Apotheke jederzeit über die Rettungsleitstelle (03925/29 90 40) erfahren. Auf der Serviceseite des Salzland-Kuriers ist die Bereitschaft ebenfalls vermerkt. Auch die Notrufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes und vom Handy die Nummer 22 8 33 des Apothekenfinders können genutzt werden, ebenso das Internet: www. apotheken.de