Die Ausbildung zur Ersten Hilfe wird ab 1. April komplett umgestaltet. Die Teilnehmer müssen zwar weniger Zeit investieren, aber dafür im Kurs ganz schön die Ärmel hochkrempeln.

Staßfurt l Schon ab 1. April werden die Erste-Hilfe-Lehrgänge inhaltlich gestrafft und praxisnaher ausgelegt. Einen Erste-Hilfe-Lehrgang müssen alle absolvieren, die den Führerschein machen. Betriebe müssen einen ausgebildeten Ersthelfer vorhalten. "Und jeder, der Interesse hat, kann am Ersthelfer-Kurs ebenfalls teilnehmen", erklärt Annekatrin Voß, Ausbildungsbeauftragte des Kreisverbandes Staßfurt-Aschersleben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Die Änderung in der Ersthelfer-Ausbildung für die Betriebe und für Freiwillige stehen fest: Ab 1. April dauert der Kurs nicht mehr 16 Stunden, sondern nur noch neun Unterrichtsstunden - eine Unterrichtsstunde sind hier 45 Minuten. Das macht nur noch einen Ausbildungstag statt wie bisher zwei. "Das ist für Unternehmen eine wesentliche Verbesserung", sagt Annekatrin Voß, "denn für manchen Arbeitgeber stellt es sich schwierig dar, seine Angestellten ganze zwei Tage zu entbehren."

"Wir gehen vom theoretischen Frontalunterricht weg und führen mehr praxisnahe Übungen durch", erklärt Annekatrin Voß die Neuheiten. Unter realistischen Bedingungen werden Notsituationen dargestellt, in denen die Kursteilnehmer aktiv zur Tat schreiten müssen und unter Anleitung die Erste-Hilfe-Maßnahmen üben sollen.

"Wir als Ausbilder sind jetzt weniger Referenten als Moderatoren bei den Übungen", erklärt sie weiter. So werden "Verwundete" oder "Bewusstlose" neben ein verunfalltes Motorrad gelegt oder in ein beschädigtes Auto gesetzt. Die wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen sind weiterhin Bestandteil der Kurse.

Eine Puppe mit Motorradhelm neben einem Motorrad - die realitätsnahe Darstellung soll das Einschreiten in einer echten Notsituation leichter machen, aber auch mehr Menschen zur Teilnahme an den Kursen bewegen. "Wer viel unter Menschen ist, sollte darüber nachdenken, einen Kurs zu belegen", meint Annekatrin Voß.

Der Kreisverband des DRK Staßfurt-Aschersleben mit seinem Sitz in der Bodestraße musste dafür jede Menge Material, "Kulissen" und "Requisiten" anschaffen. Die Erste-Hilfe-Ausbilder wurden in der neuen Lehrmethode geschult und haben die Fortbildung in Sachen Rhetorik und Didaktik erfolgreich absolviert. Ziel des DRK ist es, mehr Menschen zum Trainieren der Ersten Hilfe zu bewegen. Mit den neuen Kursinhalten nähert sich Deutschland den europäischen Standards für die Erste-Hilfe-Ausbildung an.

Was den Führerschein für Pkw und Lkw betrifft, fehlt allerdings noch eine bundespolitische Entscheidung. Voraussichtlich wird auch da die Erste-Hilfe-Ausbildung vereinheitlicht: Angehende Kraftfahrer müssen dann neun Unterrichtsstunden aufwenden für die Erste-Hilfe-Ausbildung, also 45 Minuten mehr als bisher. "Wann diese Änderung in Kraft tritt, ist noch nicht sicher. Wir hoffen auf baldige Nachricht vom Bundesverkehrsministerium", so Annekatrin Voß. Der Kreisverband Staßfurt-Aschersleben des DRK bildet jährlich zirka 1500 Menschen in Erste-Hilfe-Lehrgängen aus. Deutschlandweit sind es 1,2 Millionen Menschen.

Bei Fragen oder für Anmeldungen zur Erste-Hilfe-Ausbildung steht Annekatrin Voß zur Verfügung, per Telefon unter (03925)372137 oder per E-Mail an sozialarbeit@drk-stassfurt-aschersleben.de.