In Egeln startete am gestrigen Freitagmittag eine große Umzugsaktion im Rathaus. Die Bürgerbüros von Landkreis und Verbandsgemeinde tauschen die Räume. Deshalb bleibt das Bürgerbüro die kommende halbe Woche geschlossen.

Egeln l Gestern blieb das Bürgerbüro der Verbandsgemeinde ausnahmsweise mal geschlossen. Denn die Mitarbeiter im Anbau des Rathauses ziehen um. Sie tauschen am Wochenende ihren bisherigen Raum mit dem des Bürgerbüros des Landkreises. Bis nach Mittag mussten die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde warten, bis der Umzug starten konnte. Denn das Bürgerbüro des Landkreises hatte noch bis 12 Uhr geöffnet.

Die Verbandsgemeinde erhofft sich von dem Umzug bessere Bedingungen für die Mitarbeiter und die Bürger. Schließlich ist das neue Büro für den Egelner Bürgerservice doch etwas größer, verweist Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr.

Drei Arbeitsplätze gibt es in dem Bürgerbüro nach dem Umzug. Mit zwei Beschäftigten ist das Bürgerbüro besetzt. Um den Umzug kostenneutral zu gestalten, engagierten sich vor allem die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde nach Feierabend und ebenso am Wochenende, ergänzte Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke. Neben dem reinen Umräumen der Möbel komme es vor allem darauf an, die Technik im Haus an die veränderte Raumsituation anzupasssen, erklärte sie. Schließlich müssten nach dem Umzug die Computer der beiden Bürgerbüros funktionieren. Ebenso sollten die Mitarbeiter per Telefon erreichbar sein. Mit der Verkabelung beschäftigen sich die Fachleute im Rathaus deshalb schon am Wochenende, freute sie sich über die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter im Haus.

Mit dem Umzug soll dann ebenfalls die angekündigte Videotechnik installiert werden, sagt Michael Stöhr. "Wir werden aber keine Büros überwachen", stellt er klar. Die Kameras sollen lediglich die Flure und Eingänge erfassen. Entsprechende Kabel seien bereits verlegt worden. Nun fehle es nur noch an den Kameras. Die Videoüberwachung werde den Bürgern mittels Hinweisschildern entsprechend angezeigt, kündigt er außerdem an. Mit den Kameras reagiert die Verwaltung auf einen Überfall im vergangenen Dezember. Ein Mann verlangte damals unter Androhung von Gewalt die Herausgabe der Kassen im Bürgerbüro. Die Beute hielt sich zwar in Grenzen, sagte Stöhr später. Dennoch versetzte der Überfall die Mitarbeiter in dem Bereich in einen Schockzustand. Mehrere Tage fielen die Beschäftigten aus. Obwohl der Mann nicht maskiert gewesen war und mit zwei Geldkassetten aus dem Rathaus spazierte, hat die Polizei bislang keinen Ermittlungserfolg vorzuweisen. Mit einer Kameraüberwachung wäre es sehr wahrscheinlich möglich gewesen, ein Bild des Mannes zu veröffentlichen und die Bevölkerung um Hinweise zu bitten. Ein Foto von dem Mann hätte wahrscheinlich bereits einen Ermittlungsansatz für die Beamten gebracht.

Damit Bürger nicht mehr ohne Aufforderung das Bürgerbüro betreten können, hatte die Verbandsgemeinde einen elektrischen Schließmechanismus eingebaut. Dadurch konnten bislang die Mitarbeiter die Tür von innen öffnen, wenn ein Bürger Einlass verlangte. Auch diese Maßnahme soll künftige potenzielle Täter von einem erneuten Überfall auf das Rathaus abhalten, sagt der Verbandsgemeindebürgermeister.

Aber auch mental können sich die Mitarbeiter auf so ein Ereignis vorbereiten lassen. Ein Sicherheitstraining will die Verwaltung den Mitarbeitern im Bürgerservice jetzt anbieten. Fachleute der Polizei schulen dabei die Mitarbeiter im Verhalten bei einem Überfall. Das soll den Mitarbeitern die Angst vor einem neuen Überfall nehmen. Außerdem hilft das Training, in die Psyche von Straftätern zu blicken.

Am Donnerstag in der kommenden Woche soll das Bürgerbüro dann wieder öffnen. "Ich hoffe, dass bis dahin die Arbeiten abgeschlossen sind und unsere Mitarbeiter in dem neuen Büro arbeiten können", sagt er. Für die Bürger ändere sich nicht viel. Nur dass die Bürger nun in einem etwas größeren Büro ihre Anliegen vortragen können, erläuterte er. Deshalb bat er die Bürger um Verständnis und Nachsicht für die zweitägige Schließung des Büros in der kommenden Woche.