Die Volksstimme-Aktion "Du bist spitze" geht in die vorletzte Runde. Jeden Sonnabend stellen wir eine Person vor, die für die Auszeichnung nominiert wurde. Heute: Christian Neubauer aus Löderburg.

Löderburg l Dem Löderburger Ortschaftsrat Christian Neubauer (FDP) liegt eine intakte Natur und eine saubere Umwelt besonders am Herzen.

Mit Umweltsünden hat sich der heute 68-Jährige schon seit 1971 in einem Ausschuss des Löderburger Gemeinderates beschäftigt. "Damals gab es aber keine Möglichkeiten der Einsichtnahme in umweltrelevante Daten", sagte Neubauer.

Aber auch nach der Wende zeichnete sich auf diesem Gebiet keine durchgreifende Besserung ab. "Der Umweltschutz wird im Land Sachsen-Anhalt mit Füßen getreten, aber die umweltbewussten Bürger nehmen immer mehr zu", stellte der Löderburger fest, der von 1990 bis 1994 erster freigewählter Bürgermeister des Dorfes war. "Wir müssen eine breite Front aufbauen, ohne die Industrie zu vertreiben", sagte der Senior. Auf seinen Aufruf zur Bildung einer Interessengemeinschaft Umweltschutz haben sich auf einen Schlag 15 interessierte Bürger bei Christian Neubauer gemeldet, die gerne mitarbeiten und Umweltsünder im Raum Staßfurts aufs Korn nehmen wollen.

Demnächst will Neubauer sie einladen und mit ihnen eine Sternfahrt durchführen und ihnen zeigen, wo und wie die Natur durch den Eingriff von Unternehmen extrem in Mitleidenschaft gezogen wurde. "Alles, was von außen kommt", so Neubauers Erkenntnis, "um eine schnelle Mark machen zu können, ist mit kritischen Augen zu sehen." Dazu gehört aus seiner Sicht auch die Dickstoffversatzanlage des Sodawerkes, mit deren Hilfe die Firma Minex aus Gladbeck jährlich bis zu 350 000 Tonnen Giftmüll aus Nordrhein-Westfalen, Frankreich und den Benelux-Ländern in ausgesohlte Kavernen in Neustaßfurt einbringen will.

Neubauer: "Das ist ein kritisches Unterfangen. Wir haben Süßwassereinbrüche und unbekannte Grundwasserführungen in den einzelnen Grundwassersstockwerken, so dass die Standsicherheit nicht gewährleistet ist." Man sollte Lehren aus der Staßfurter Bergbaugeschichte ziehen. Deshalb appelliert der FDP-Politiker an Oberbürgermeister René Zok und die Stadträte, dem Dauerbetrieb dieser Anlage nicht zuzustimmen.

Er selbst hatte im Frühjahr 2012, nachdem der Stadtrat den Probebetrieb abgenickt hatte, die Konsequenzen gezogen und sein Stadtratsmandat abgegeben. Das begründete er damals mit den Worten: "Mir ist es nicht mehr möglich, meinen stillen Protest gegen umweltpolitische Entscheidungen zu ungunsten nachfolgender Generationen auszudrücken."

Aber auch im Löderburger Ortschaftsrat, dem er seit der Eingemeindung des Ortes in die Stadt Staßfurt angehört, leistet Neubauer eine nicht zu unterschätzende Arbeit, in dem er kein Blatt vor den Mund nimmt und auf Missstände sowie Probleme der Bürger hinweist.

In 50 Jahren 206 Mal Blut gespendet

Darüber hinaus hat er in den vergangenen 50 Jahren schon so manchem Menschen das Leben gerettet, denn Christian Neubauer spendet seit seinem 18. Lebensjahr Blut. Inzwischen hat er bereits 206-mal seinen Lebenssaft der Blutgruppe 0 positiv für seine Mitmenschen bereitgestellt. "Mein Vater hatte damals eine schwere Magenoperation und brauchte Blutkonserven. Seitdem spende ich fünfmal im Jahr mein Blut", sagte Neubauer. Wenn er einen Termin vor Ort nicht wahrnehmen könne, fahre er bis nach Wanzleben. "Das tut mir gut. Ich bin seit 30 Jahren nicht einmal krank gewesen und besitze zum Beispiel noch alle Zähne. Das ist in meinem Alter nicht üblich", sagte der Senior. "Das ist Rekord in Sachsen-Anhalt", teilte der Blutspendedienst des DRK im November 2013 nach Neubauers 200. Spende mit.

Geben Sie Christian Neubauer Ihre Stimme: Schneiden Sie den Coupon aus und senden Sie ihn an die Volksstimme! Eine Abstimmung ist aber auch online möglich unter www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/stassfurt/du_bist_spitze/