"Wer bietet mehr?" hieß es Freitagabend in der Sportlerklause Atzendorf. Der scherzhaft gemeinte Ausruf hatte den Hintergrund, dass die Nordic Walker immer für einen guten Zweck Spenden sammeln. Aber es kam noch besser.

Atzendorf l 19.30 Uhr waren die meisten Läufer der Sportart "Nordic Walking" schon in die Sportlerklause eingekehrt und ließen sich von Sabine Dunker mit Fischbrötchen und Co. beköstigen. Aber einige der ganz "Harten" drehten zu dem Zeitpunkt immer noch ihre Runden - immerhin lief die Aktion schon seit 18 Uhr.

"Mit dem Flutlichtwalk eröffnen wir immer unsere Freiluftsaison", sagte Günter Döbbel als Vorsitzender der Zentralen Landsportgemeinschaft (ZLG). Denn ab jetzt geht es endlich los mit Pfingstsportfest, Zeltlager und Sport im Freien, als nächstes steht das Osterfeuer am Ostersonnabend an.

Während Günter Döbbel schon die Erinnerungsurkunden, wo noch Name und Rundenanzahl des Sportlers eingetragen werden mussten, in der Sportlerklause sortierte, kamen schließlich die ausdauernsten aller Sportler zum Schluss: "21 Runden. Das sind 9,7 Kilometer", sagte Christine Bethge und hielt ihre Sportuhr am Arm hin. Mit den Damen Christa Steinsdörfer, Gudrun Staedtke und Gabi Riemeyer hatte sie mit 21 Runden die längste Strecke erlaufen. Im Durchschnitt liefen die Teilnehmer 15 bis 16 Runden. Der Großteil stammte aus der Vereinsabteilung Nordic Walking, dazu kamen noch einige Bürger aus Atzendorf.

Aber um Runden und Zahlen ging es an dem Abend, bei dem 24 Teilnehmer zu verzeichnen waren, eigentlich nicht. Das gemütliche "Anwalken" der Freiluftsession ist mittlerweile auch zur Tradition des Spendensammelns geworden.

Günter Tappenbeck, der der Übungsleiter der 2007 gegründeten Abteilung der ZLG ist, hatte vor Jahren einmal damit begonnen, beim Flutlichtwalk Spenden unter den Läufern für einen guten Zweck zu sammeln. Jeder Läufer unterstützt so mit einer Summe seiner Wahl das Kinderhospiz für krebskranke Kinder in Magdeburg.

Günter Tappenbeck bietet den Walkern verschiedene Trainingsmöglichkeiten an: Dienstags trifft sich eine Gruppe in Calbe, eine andere in Staßfurt. Bei gutem Wetter wird auch Freitagabend in Neugattersleben und Sonnabendvormittag im Magdeburger Rothehornpark gelaufen. 40 Mitglieder hat die Abteilung insgesamt.

Günter Döbbel leerte nun die Spendenbüchse und kam auf 120 Euro. "Ach, ich habe auch noch etwas", setzten weitere Walker einen drauf. "150 Euro Spenden", konnte Döbbel am Ende verkünden. "Das ist eine tolle Summe, das freut mich", sagte er.

Am Sonnabend kam dann aber noch ein Anruf bei der Volksstimme, wo sich Michael Zenker, einer der Nordic Walker, meldete: "Als wir gestern noch die Erinnerungsurkunden austeilten, entdeckten wir noch einen kleinen Umschlag, versteckt zwischen all den Papieren", erzählt Michael Zenker. "Da waren 150 Euro drin."

Die Sportler trauten ihren Augen kaum: In der Rücktrainingsgruppe, die Günter Tappenbeck ebenfalls leitet, hatte er nochmal 150 Euro Spenden gesammelt. Damit sind es 300 Euro für das Kinderhospiz - eine gelungene Überraschung für alle.

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