In der Halberstädter Straße müssen alle Kastanien in Egeln gefällt werden. Ein Pilz habe die Bäume befallen, sagt Bürgermeister Reinhard Luckner. Das habe eine Untersuchung ergeben. Auf Bäume soll künftig in der Straße dennoch nicht verzichtet werden.

Egeln l Der Feind für die Kastanien in der Halberstädter Straße heißt Brandkrustenpilz. Das unscheinbare Gewächs haben Fachleute an den Bäumen gefunden. Der Fund bedeutet das Todesurteil für die Kastanien in der Halberstädter Straße, sagt Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE). An den Baumstümpfen ist noch zu erkennen, dass in der Straße einst noch mehr Kastanien gestanden haben. Einige von ihnen sind bereits der Kettensäge zum Opfer gefallen. In den kommenden Monaten werden Schritt für Schritt die anderen Bäume beseitigt, kündigt der Bürgermeister an.

Auf die Kosten muss er bei der Beseitigung achten. Denn viel Geld kann Egeln nicht ausgeben. Deshalb fragt der Bürgermeister auch immer wieder bei der Feuerwehr nach, ob sie nicht an den ausgewachsenen Kastanien üben wollen.

In den kommenden Monaten dürfen selbst die Brandschützer die Kastanien nur mit einer Sondergenehmigung fällen. Denn Vögel könnten in den Ästen ihr Nest gebaut haben, was Fällarbeiten ab März eigentlich verbietet.

Das Straßenbild wird sich außerdem deutlich ohne die hohen und vor allem schattenspendenden Bäume verändern. So fragten die Stadträte jüngst beim Vergabe- und Sanierungsausschuss des Stadtrates nach, wie sich das Straßengrün entwickeln soll. Bürgermeister Reinhard Luckner berichtete den Stadträten von dem festgestellten Pilzbefall. Das kenne er bereits, sagte Jürgen Riehl (UWGE). Er habe den schriftlichen Befund einsehen wollen, erinnerte er den Bürgermeister. Der schob die Krankheit einer Mitarbeiterin in der Verwaltung vor. Nun warte er bereits seit drei Wochen auf das Schreiben, ließ sich Riehl kaum beeindrucken und forderte den Bürgermeister erneut auf, die entsprechenden Schriftstücke vorzulegen.

Für die gefällten Bäume will der Bürgermeister in naher Zukunft Ersatzpflanzungen realisieren. Da die Stadt neue Bäume kaum finanzieren könne, plane er die Umsetzung über Baumpaten, sagte er. "Ich selbst werde den ersten Baum stiften", kündigte er an.

Dabei sollen die Baumpaten die Bäume nicht selbst pflanzen, sondern ein Unternehmen beauftragen. Das habe den Vorteil, dass die Bäume fachmännisch gepflegt werden und der Auftraggeber eine Anwachsgarantie von dem Unternehmen verlangen könne. Dadurch sei sicher, dass die jungen Pflanzen auch wirklich anwachsen.

Unklar war bei der weiteren Diskussion noch, ob es denn wirklich wieder Kastanien seien müssen, die am Straßenrand der Halberstädter Straße für Schatten sorgen. Es gebe heute auch Kastaniensorten, die weniger anfällig seien, meinte Luckner.

Gerald Barbe begrüßte die Idee der Baumpaten für die Halberstädter Straße. Er könne sich auch vorstellen, einen Baum zu stiften, meinte er. Nur sollte der Stadtrat vielleicht mit Fachleuten noch einmal in Ruhe darüber reden, welche Bäume aus heutiger Sicht noch besser geeignet wären als Kastanien. Schließlich machten die Bäume sehr viel Arbeit für die Anwohner. Neben dem Laub produzieren die Bäume im Herbst auch jede Menge Kastanien.