Bei Egeln plant ein Unternehmen den Aufbau einer großen Fotovoltaikanlage. Das Gelände des ehemaligen Schachtes Caesar soll so wieder genutzt werden. Die Verbandsgemeinde bereitet die Umplanung des Geländes vor.

Egeln l Außerhalb der Sichtweite der Stadt Egeln befindet sich das einstige Abbaugelände für Braunkohle. Noch vor einigen Jahren wohnten Menschen in einem Haus auf dem Areal. Doch seit einiger Zeit ist es verlassen. Die Stadt führt das riesige Gelände als Gewerbefläche im Flächennutzungsplan. 14 Hektar Fläche, so einst die Überlegung, könnten für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Viele Kommunen träumten gleich nach dem Mauerfall von rauchenden Schornsteinen und vielen Betrieben, die bei ihnen produzieren. Nicht überall hat sich der Traum erfüllt.

Egeln hatte einst viele Gewerbeflächen ausgewiesen. Nach dem Leitbild für einen neuen Flächennutzungsplan für die gesamte Verbandsgemeinde müsste die Stadt in Zukunft sowieso die ausgewiesenen Flächen für das Gewerbe reduzieren. Da kommt die anstehende Vermarktung des Caesar-Geländes wie gerufen, meint Bauamtsleiter Gerald Schierhorn. Denn die Stadt Egeln muss das Areal in einem öffentlichen Verfahren nur umwidmen. Schierhorn rechnet damit, dass die Umwidmung des Geländes sehr zügig über die Bühne gehen könnte. In einem ähnlichen Verfahren, erklärte er den Bauausschussmitgliedern, sei dies sehr schnell gegangen.

Außerdem eigne sich die Fläche auch noch ideal für die Nutzung von Sonnenenergie. Landwirtschaftlich genutzte Fläche werde nicht umgenutzt. Ebenso sollen die Waldstücke, die auf dem Gesamtgelände vorhanden sind, bestehen bleiben. Ein Teil der Waldfläche könnte sogar noch wachsen. Denn mit dem Aufbau des Solarparks kommen auf die Eigentümer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu. Der Investor habe bereits angekündigt, sich auf dem Gelände dann zu betätigen und Bäume zu pflanzen.

In der Stadt Egeln hatte der Sanierungs- und Vergabeausschuss als Nachfolger des Bauausschusses das Thema ebenso auf dem Tisch. Dabei fiel den Stadträten auf, dass die Frage der Weiterentwicklung des Flächennutzungsplans steckengeblieben ist.

Dabei, so erinnerten sich Ausschussmitglieder, hatte der Stadtrat dem Leitbild für die Verbandsgemeinde weitgehend zugestimmt. Nur in kleinen Detailfragen gab es noch Diskussionsbedarf im Rat. Neben der Gewerbefläche wird die Stadt nicht umhin kommen und ebenso die Wohnbaufläche reduzieren müssen. Viele Gemeinden haben gleich nach dem Mauerfall riesige Areale für den Bau von Eigenheimen reserviert. Die tatsächliche Nachfrage nach Bauplätzen war seinerzeit für die Kommunen kaum realistisch einzuschätzen. Zwar gibt es auch in Egeln Neubaugebiete. Allerdings sind sie sehr begrenzt. Die Nachfrage nach Bauflächen kann die Stadt mühelos abdecken, ohne weiteres Ackerland in Bauland umwandeln zu müssen.

Bevölkerungstechnisch schrumpft die Stadt außerdem. Ohne eigenes Gymnasium dürfte sich der Zuzug junger Familien in der Kommune deutlich verringern, befürchten die Lokalpolitiker. In den kommenden Wochen wollen die Egelner über die Ziele des neuen Flächennutzungsplanes für die Verbandsgemeinde diskutieren, meinten die Mitglieder des städtischen Ausschusses.

Andere Mitgliedsgemeinden in der Verbandsgemeinde müssen sich dann ebenfalls mit dem Thema befassen und sich in die Diskussionen der geplanten Ortsentwicklung einbringen, damit in naher Zukunft ein gesamter Flächennutzungsplan für die Verbandsgemeinde aufgestellt werden kann.