In der Grundschule Wolmirsleben gibt es noch reichlich Investitionsbedarf. Von mehr als 600 000 Euro war beim jüngsten Bauausschuss des Verbandsgemeinderates die Rede. Uneins zeigte sich die Verwaltung über die Abarbeitung.

Wolmirsleben l Die Grundschule in Wolmirsleben ist ein Schmuckstück. Zumindest äußerlich. Innen zeigt sich der Investitionsstau in dem Gebäude deutlich. Nachdem die Gemeinde das Schulhaus wärmegedämmt hat, der Heizungskessel erneuert und der Schulhof zuletzt neu angelegt wurde, muss das Gebäude nun innen ertüchtigt werden. Sorgen bereitet dem Bauamt vor allem die Elektroanlage, die nun bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat und kaum noch den aktuellen Anforderungen entsprechen dürfte.

Aber auch die Heizkörper sowie die Heizungsrohre in den Räumen müssten nach jahrzehntelangem Einsatz ausgetauscht werden. Der Wolmirslebener Bürgermeister Knut Kluczka (CDU) hatte sich beim jüngsten Bauausschuss über den Stand in der Grundschule in seiner Gemeinde erkundigt. Vor allem interessiert ihn, wann die Arbeiten fortgesetzt werden können. Während Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr (parteilos) vor allem nach Fördermitteln suchen möchte, um so die horrenden Kosten von mehr als 600 000 Euro für die Verbandsgemeinde zu begrenzen, empfahl Bauamtsleiter Gerald Schierhorn den zügigen Weiterbau in dem Haus. Mit mehreren Planern wolle er gern in der Schule arbeiten, kündigte er an. Offen widersprach Michael Stöhr den Vorstellungen seines Bauamtsleiters in der Sitzung. Er verlangte die Überplanung der Projekte von einem Vertragspartner. Die Zusammenarbeit mit mehreren Planern mache für ihn keinen Sinn, sagte er. "Wenn beim Bau etwas schiefläuft, schiebt das ein Planer dem anderen in die Schuhe", warnte er. Er wolle lieber einen Ansprechpartner haben, der für das Projekt gerade stehe, wiederholte er. Womöglich seien mehrere Planer insgesamt günstiger, warb Schierhorn zwar noch mit seiner Idee, konnte aber im Ausschuss keinen der Verbandsgemeinderäte überzeugen. Die geplanten Bauarbeiten seien eine sehr große Hausnummer, meldete sich Ulrich Biermann (Linke). Der Verbandsgemeinderat, der in der Vergangenheit bereits öfter Bauvorhaben als zu teuer und wenig zielgerichtet kritisiert hatte, riet dem Bauamt, sehr genau die zu erwartenden Kosten im Blick zu behalten.

Einig zeigten sich die Ausschussmitglieder in der Frage, dass es in diesem Jahr keinen Beginn der Bauarbeiten mehr geben solle. Die Zeit bis zum kommenden Jahr soll genutzt werden, um das Projekt ausgiebig und gründlich zu planen. Die lange Vorbereitungszeit sei außerdem wichtig, da die Schule vor allem weitgehend in den Sommerferien umgebaut werden müsste. Da allerdings kaum damit zu rechnen sei, dass sämtliche Arbeiten in den wenigen Wochen abgeschlossen werden könnten, müsste der weitere Umbau während der Schulphase erfolgen, meinte der Bauamtsleiter.

Offen ist außerdem, wie die Verbandsgemeinde das Bauvorhaben finanzieren könnte. Über eine Erhöhung der Umlage an die Kommunen dürfte dies nach den jüngsten Ausführungen des Kämmerers kaum möglich sein, wenn die Verbandsgemeinde die aktuellen Rechtsprechungen der obersten Gerichte berücksichtigt. Zur Not könnte die Verbandsgemeinde noch einen Kredit aufnehmen, den sie aber kaum aus dem laufenden Haushalt heraus bedienen könnte. Unstrittig ist aber, dass die Schule dringend erneuert werden muss.