Staßfurt l Stadtwahlleiterin Antje Herwig und Förderstedts Ortsbürgermeister Peter Rotter appellierten an alle Wahlberechtigten, am Sonntag von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen und aktiv mit zu bestimmen, wer die Kommune in den nächsten sieben Jahren führen soll. Dieses Mal hätten wie bei der Kommunalwahl bereits die 16- und 17-Jährigen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben.

Dafür stehen in der Kernstadt sowie in allen Ortsteilen, selbst im kleinen Athensleben, insgesamt 22 Wahllokale zur Verfügung. "Sie sind in der Zeit von 8 bis 18 Uhr geöffnet", sagte Herwig.

Sie nutzte das Volksstimme-Gespräch dafür, sich bei allen 170 Wahlhelfern aus den Parteien, der Bürgergeschaft und aus der Stadtverwaltung, die an diesem Tag im Einsatz sind, schon jetzt zu bedanken. Als kleine Belohnung für ihren Dienst erhalten sie ein Erfrischungsgeld in Höhe von 16 Euro.

Was ist, wenn jemand am Sonntag krank wird oder anderweitig verhindert ist, aber dennoch wählen will? "In dringenden Fällen kann am Sonntag bis 15 Uhr ein Bevollmächtigter im Rathaus in der Hohenerxlebener Straße in Staßfurt Briefwahlunterlagen beantragen. Diese müssen dann aber am gleichen Tag bis 18 Uhr wieder im Rathaus abgegeben werden", klärte die Stadtwahlleiterin auf.

Dabei muss beachtet werden, dass am Sonntag die Uhren wieder auf die europäische Sommerzeit umgestellt werden.

Für eventuelle Nachfragen am Wahltag ist das Stadtwahlbüro im Rathaus unter der Telefonnummer (03925) 981 223 zu erreichen.

Auf dem Stimmzettel sind die sieben Kandidaten, die sich für das Oberbürgermeisteramt beworben haben und vom Stadtwahlausschuss zugelassen wurden, in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Dabei handelt es sich um Christian Boos (CDU), Johann Hauser (FDP), Eric Maindok (UBvS), Simona Rössing (parteilos für die Linken), Sven Wagner (SPD), Hartmut Wiest (parteilos) und René Zok (parteilos). Jeder Wähler kann nur eine Stimme abgeben. Wenn am Sonntag keiner der Kandidaten auf Anhieb über 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann, kommt es in 14 Tagen zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Erstmals können auch die Bürger aus Atzendorf, Brumby, Förderstedt, Glöthe, Löbnitz und Üllnitz sowie die Neundorfer das Staßfurter Stadtoberhaupt selbst wählen, denn die beiden Gemeinden Förderstedt und Neundorf sind erst am 1. Januar 2009 und damit nach der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2008 eingemeindet worden.

"Die Auszählung der Stimmen ist öffentlich. Jeder interessierte Bürger kann am Wahlabend in ein Wahllokal seiner Wahl gehen und zuschauen wie die Urne geöffnet wird und die Zettel gezählt werden."

Wie Herwig informierte, ist die Briefwahl dieses Mal stärker gefragt gewesen als vor sieben Jahren. "Bis Donnerstagnachmittag", so Herwig gestern, "hatten 1168 Wähler von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht."

"Die Auszählung der Stimmen ist öffentlich. Das heißt, jeder interessierte Bürger kann am Wahlabend in ein Wahllokal seiner Wahl gehen und zuschauen wie die Urne geöffnet wird und die Zettel gezählt werden", sagte die Stadtwahlleiterin. Sie rechnet damit, dass ab 20 Uhr belastbare Ergebnisse vorliegen. Wie die Bewerber abschneiden, das könne man Sonntagabend sowohl auf der Internet-Homepage der Stadt www.stassfurt.de als auch im Rathaus verfolgen. Im dortigen Sitzungszimmer werden wie bei den vorangegangenen Wahlen die Ergebnisse auf einer Leinwand fortlaufend angezeigt und präzisiert, sagte Herwig.

Die Wahl am Sonntag könnte die letzte für einen Staßfurter Oberbürgermeister sein. Denn um sich mit diesem Titel schmücken zu können, so wie René Zok seit 2008 und damit erstmals in der Stadtgeschichte, müssen 25 000 Einwohner in der Stadt leben. Und die sind, wenn der Einwohnerschwund so anhält, bei der nächsten Bürgermeisterwahl 2022 wahrscheinlich nicht mehr vorhanden.