Auf dem Weg zu ihrer geplanten Fusion haben die Ortswehren Förderstedt, Glöthe und Üllnitz Freitagabend zum zweiten Mal gemeinsam Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Dabei platzte das Gerätehaus in Förderstedt aus allen Nähten.

Staßfurt l "Wir konnten alle Aufgaben erfolgreich lösen", schätzte Förderstedts Ortswehrleiter Hans-Jürgen Lärz ein. Seine Wehr verfügt derzeit über 43 Mitglieder, davon 24 und drei weibliche in der Einsatzabteilung. Sie mussten im vergangenen Jahr zu insgesamt 35 Einsätzen ausrücken. Davon waren sechs Brände, zehn Hilfeleistungen, fünf Ölspuren und drei Übungen. Dazu gehören aber auch die Alarmierung durch elf Brandmeldeanlagen. Zu den besonderen Einsätzen gehörten die Bergung eines Pkw aus dem Glöther Steinbruch und ein schwerer Verkehrsunfall auf der A14 mit mehreren Lkw. In beiden Fällen sei den Kameraden viel abverlangt worden.

"Aktiv waren die Kameraden auch bei der Werterhaltung, Pflege und Instandhaltung der Technik sowie des Gerätehauses", informierte der Wehrleiter.

Sein Glöther Kollege Jörg Bünemann sagte, die Zusammenarbeit der drei Wehren bei Einsätzen, Übungen und Dienstabenden zeige immer mehr, dass es in naher Zukunft heißen werde: Aus drei mach eins. Ziel der Fusion müsse es sein, eine starke Ortswehr aufzubauen. Es sei immer mehr zu erkennen, dass durch Schichtarbeit oder Arbeit im Montagedienst bei Einsätzen nicht ausreichend Kameraden vor Ort seien.

"Die Glöther Wehr selbst hatte 2014 insgesamt 17 Einsätze zu absolvieren. Davon sind allein elf auf die Auslösung der Brandmeldeanlage der Firma Schenker/BASF zurückzuführen", sagte Bünemann. Zu Einsätzen mit Brandmeldungen sei es vier Mal gekommen. Weiterhin sei eine Hilfeleistung und eine Übung im Umspannwerk Förderstedt durchgeführt worden.

Bünemanns Fazit: "Bei allen Einsätzen zeigte sich, nur gemeinsam sind wir stark und können auch bestimmte Situationen meistern, denn nicht nur Glöthe, sondern auch beide andere Ortswehren sind nicht immer stark vertreten."

Bünemann lobte die Verwaltung, dass alle Kameraden normgerecht eingekleidet seien. Das sei nicht überall so, sagte er.

Stefan Rudat, der Wehrleiter von Üllnitz, gab die Zahl der Mitglieder mit 52 an. Davon sind 24 im aktiven Einsatzdienst, 10 in der Jugendfeuerwehr und 18 in der Alters- und Ehrenabteilung. Die Kinderwehr zählt zurzeit keine Mitglieder, da die Kinder in die Jugendwehr aufgerückt sind. "Aber auch das wird sich wieder ändern", sagte der Wehrleiter. Rudat: "Im Jahr 2014 fuhr die Feuerwehr Üllnitz 21 Einsätze. Das waren drei weniger als 2013. Der Rückgang ist sehr gering, obwohl im Jahr 2013 die Hochwassereinsätze mit dazu zu rechnen sind."

Die Üllnitzer Wehr habe im vergangenen Jahr zweimal Hilfe geleistet. So habe man gemeinsam mit den zwei anderen Wehren ein gestohlenes Auto, das im Glöther Bruch versenkt worden war, geborgen und einen Sturmschaden beseitigt. "Außerdem kam es zu acht Bränden, wobei ich den Scheunenbrand in Üllnitz hervorheben möchte", sagte Rudat und fügte hinzu: "Dort haben die umliegenden Feuerwehren gut zusammen gearbeitet und den Schaden gering gehalten." Als positiv hob der Wehrleiter hervor, dass keine Person zu Schaden gekommen sei.

Oberbürgermeister René Zok dankte allen Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft und den Wehren für die gute Nachwuchsarbeit. Ohne sie würde es eines Tages schwerfallen, neue Mitglieder zu gewinnen. Zok versicherte, dass die Verwaltung am Thema Alarmanlage Schenk/BASF in Glöthe dran sei. Mit Blick auf den Haushalt teilte das Stadtoberhaupt mit, dass von den 9,1 Millionen Euro Investitionen in diesem Jahr 1,36 Millionen Euro den Wehren vorbehalten bleiben. Davon seien 1,2 Millionen Euro für den Neubau des Gerätehauses in Üllnitz eingestellt. Die restlichen 160 000 Euro stünden für alle Wehren für Anschaffungen zur Verfügung.

In den vergangenen sieben Jahren habe die Stadt 426 000 Euro in die Förderstedter Wehr, 22 300 Euro in Glöther Wehr und 81 500 Euro in die Üllnitzer Wehr investiert, rechnete Zok vor. "Gemeinsam haben wir es immer geschafft, die Finanzierung auf die Reihe zu bekommen", so Zok. Die Stadt müsse jedes Jahr ein neues Feuerwehr-Fahrzeug anschaffen.

Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) sagte zu den Kameraden: "Wir alle wissen das hoch zu schätzen, was ihr leistet. Ihr seid dafür da, dass wir uns sicher fühlen können." Die Wehren befänden sich auf einem hohen Ausbildungsniveau. Rotter überreichte allen drei Wehrleitern eine Spende und lud die Kinder- und Jugendwehren ein, gemeinsam mit ihm etwas zu unternehmen.

Kreisbrandmeister Hans-Ulrich Robitzsch sagte: "Macht weiter so!" Stolz sei er darauf, dass die drei Wehren über 29 Mitglieder in den Kinder- und Jugendwehren verfügen.

Eine Geldspende von sich und der Kunze GBR überreichte CDU-OB-Kandidat Christian Boos.

 

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