Der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der vier Kilometer langen Ortsumgehung Brumby ist fertig. Dieses wichtige Dokument übergab der Präsident des Landesverwaltungsamtes Thomas Pleye gestern im Spiegelsaal in Brumby an Verkehrsminister Thomas Webel (CDU).

Brumby l Damit ist die Bürgerinitiative der lärmgeplagten Anwohner der Ortsdurchfahrt für die Landstraße 63, die seit rund zehn Jahren um eine Umfahrung des Dorfes kämpft, einen entscheidenden Schritt weiter gekommen.

Der Sprecher der Initiative, Hartmut Rüger, sprach gestern deshalb auch von einem wichtigen Meilenstein und einem Signal für die Region, die Stadt Staßfurt und ihre Ortsteile. Er äußerte die Hoffnung, dass die täglichen Belastungen durch den Verkehrslärm, Abgase und Staub bald vorbei sind.

Rüger dankte allen, die dazu beigetragen haben, dass die Ortsumgehung nun in greifbare Nähe gerückt ist, insbesondere dem Verkehrsminister, dem Präsidenten des Landesverwaltungsamtes, Oberbürgermeister René Zok (parteilos) und Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) für ihre aktive Unterstützung dieses Vorhabens und die konstruktive und offene Zusammenarbeit. Er lud sie schon jetzt zum symbolischen Scherenschnitt für die Verkehrsfreigabe ein.

Doch so weit ist es noch lange nicht. Am 10. April soll die rund vier Kilometer lange Ortsumgehung, die hinter dem Autobahnanschluss beginnen und südlich an Brumby vorbeiführen wird bis zur ehemaligen Kanonenbahn, in den Amtsblättern der Städte Staßfurt und Calbe veröffentlicht werden, sagte Pleye. Danach werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Dann bestehe die Möglichkeit Einsprüche vorzubringen.

"Der Planfeststellungsbeschluss ist sachgerecht und abgewogen. Jeder gerichtliche Einspruch würde zu einer Verzögerung führen."

Der Verkehrsminister sagte, er wünsche sich, dass niemand dagegen vorgeht. "Der Planfeststellungsbeschluss ist sachgerecht und abgewogen. Jeder gerichtliche Einspruch würde zu einer Verzögerung führen", sagte Webel. Wenn es keinen Widerstand gebe, könnte Ende Mai das Baurecht hergestellt werden. Dann sei Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) am Zug, die Finanzierung dieser rund sieben Millionen Euro aus dem Landeshaushalt sicherzustellen. "Dafür bitte ich um ihre Unterstützung", sagte Webel mit Blick in Richtung Kommunalpolitiker und Bürgerinitiative. Die EU stelle kein Geld mehr für den Neubau von Landesstraßen zur Verfügung, allemal für die CO2-Reduzierung.

"Ich hoffe, dass die Tätigkeit der Bürgerinitiative Brumby noch nicht aufhört, sondern sich eine Richtung konzentriert."

In diesem Jahr stehen für die 4200 Kilometer Landesstraßen im ganz Sachsen-Anhalt nur 45 Millionen Euro zur Verfügung, sagte der Präsident der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer. "Ich hoffe, dass die Tätigkeit der Bürgerinitiative Brumby noch nicht aufhört, sondern sich eine Richtung konzentriert", sagte er in Anspielung auf das Finanzministerium.

Langkammers Worten zufolge soll im nächsten Monat die Ausschreibung für ein anderes wichtiges Vorhaben in der Region, nämlich den ersten Bauabschnitt der Ortsumfahrung Calbe in Richtung Saalebrücke mit Kreisverkehr erfolgen. Der erste Teil davon soll noch in diesem Jahr realisiert werden. Dadurch werde man im Raum Calbe/Brumby dann besser voran kommen.

Zudem kündigte Langkammer für den Mai bis zum Herbst Zählungen des Verkehrsaufkommens auf den Landes- und Bundesstraßen in ganz Sachsen-Anhalt an. Die Mitarbeiter würden dann auch in Brumby aktiv werden. Langkammer: "Ich verspreche mir davon nicht nur aktuellere Zahlen, sondern auch ein paar Argumente."