Höhere Durchschnittstemperaturen kann der März für sich verbuchen. Gleichzeitig hat der dritte Monat des Jahres 2015 eine beachtliche Niederschlagssumme zusammengebracht. Das zeigt der Wetterrückblick.

Salzlandkreis l Der Deutsche Wetterdienst (DWD) fasste das Wettergeschehen im März wie folgt zusammen: "In Deutschland war es im März überdurchschnittlich warm und sonnig mit stürmischem Monatsende und hohen Niederschlägen. Dabei wurde es nach teils frostigen Nächten tagsüber bereits frühlingshaft warm. Diese Phase wurde von zwei besonderen Himmelsspektakeln begleitet. Während in der Nacht zum 18. März bunte Polarlichter den Sternenhimmel erhellten, bewirkte eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland am Vormittag des 20. März eine leichte Dämmerung. Auch in Sachsen-Anhalt war der März etwas zu warm und sonnenscheinreich. Die Durchschnittstemperatur lag bei 5,5°C (normal 3,7°C). An rund 135 Stunden (109 Stunden) schien die Sonne. In der Summe fielen 41 l/m² (normal 40 l/m²). Damit war Sachsen-Anhalt das niederschlagsärmste Bundesland".

Dr. Thoralf Winkler gab folgende Zusammenfassung: "Der Frühling begann schon weit vor dem kalendarischen Frühlingsanfang. Es gab blauen Himmel, sonniges Wetter und Temperaturen, bei denen man schon mal kurzärmlich rausgehen konnte. Teilweise führte der sternklare Himmel zu nächtlichen Frösten. Zum Monatsende fiel der Luftdruck kräftig - ein Anzeichen des heranziehenden Sturmtiefs, das selbst im Flachland zu Orkanböen führte. Das Wetter wurde in den letzten Märztagen deutlich ungemütlicher. So endete der März bereits mit Aprilwetter". Die Wetterstation in Calbe konnte am 31. März Windgeschwindigkeiten von 111 km/h messen, Mark Schröder konnte in Biere 116 km/h messen, was einer Windstärke von 11 Beaufort entspricht. Zur gleichen Zeit wurden auf dem Brocken 162 km/h gemessen, was keinen so großen Unterschied darstellt.

Die Niederschlagskarte zeigt eine in südlicher Richtung abnehmende Niederschlagssumme. Der Normalwert liegt bei 40 Millimetern. Als Besonderheiten im März traten Schneefälle, Graupel- und Hagelschauer auf. Was für unterschiedliche Niederschläge der März zu bieten hat, zeigen die von Paul Grebarsche in Eickendorf gemessenen Märzsummen von 1992 = 91 und von 2014 = 5 Millimeter. Noch weiter liegen die Werte von Klaus Adler zurück: im März 1953 = 2 und im Jahr 1981 = 82,8 Millimeter.

Der März konnte wiederum höhere Durchschnittstemperaturen verbuchen. So hatte Mark Schröder in Biere einen Märzdurchschnitt von 6,0 Grad Celsius gemessen, was bei einer Normaltemperatur von 4,8 Grad Celsius eine Erhöhung von 1,2 K entspricht. Bemerkenswert ist auch, dass Horst Osterloth 65 Kilo Sonnenblumenkerne in Hohenerxleben am Rande des Parks an die Vogelwelt verfütterte.

Auf dem Brocken hielten sich die Schneeverhältnisse bis in den April hinein. Wegen Schneeverwehungen in der Zufahrt erlebte ein Teil der Besatzung in der Wetterwarte mehrere stürmische Nachtschichten hintereinander.

Anekdote: Warum ist das Sommerhalbjahr länger?

Wer sich seinen Jahreskalender mal etwas genauer angesehen hat, wird einen Unterschied der Anzahl der Tage des Sommer- und Winterhalbjahres feststellen können. So wird man 186 Tage zwischen dem 20. März (Frühlingsanfang) und 23. September (Herbstanfang) und nur 179 Tage in den restlichen Wintermonaten auszählen können. Doch wie ist das möglich? Man geht gewöhnlich davon aus, dass beide Halbjahre gleichlang sind. Antwort darauf gab Johannes Kepler, der 1609 die ersten beiden Gesetze der Planetenbewegung veröffentlichte, die er eigentlich nicht als Gesetze, sondern als Ausdruck der Weltharmonie betrachtete. Er beschrieb die Planetenbahnen als Ellipsen, worin die Sonne eine exzentrische Stellung einnimmt. Anfang Januar steht die Erde der Sonne am nächsten, wodurch die Geschwindigkeit der Erde zunimmt, und im Juli am weitesten entfernt, wodurch sie wieder abnimmt und dadurch das Sommerhalbjahr länger wird.