Güsten l "Drei Jahre kämpfen wir nun um Fördermittel für die Pumpwerke", klagte Bürgermeister Helmut Zander sein Leid über eine "unerträgliche Situation", als er im Hauptausschuss und im Stadtrat über einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Umweltamts berichtete. Man habe ständig mit Drängwasser zu tun, und nun soll nach Meinung der Behörde nur das abgepumpt werden in der "Erdenkuhle", was nachlaufe. Das sollen etwa 30 Zentimeter vom derzeitigen Pegel sein. "Wir müssen den Pegel aber mindestens 50 Zentimeter absenken. Es kann nicht sein, dass Lurche mehr Forderungen aufmachen können, als der Mensch", schimpfte Zander gegen die "Schmetterlings-Züchter und Lurch-Fuzzis".

In einer Stellungnahme des Bereichs Natur und Umwelt des Salzlandkreises heißt es, dass sich im genannten Bereich mit den Jahren ein Standgewässer entwickelt habe, besonders seit den hohen Grundwasserständen 2011. "Der Fachdienst hat den Fördermittelantrag der Stadt auf Mittel aus dem Vernässungsfonds befürwortet und nach Fördermittelbescheid die für die Errichtung der Anlage erforderliche Erlaubnis zum Entnehmen und Ableiten von Wasser und Einleitung in die Wipper erteilt." In der Erlaubnis werde eine Mindestwasserhöhe für die "Erdenkuhle" festgelegt, die den Planungsunterlagen des Genehmigungsantrages entspreche.

Eine stärkere Absenkung, wie vom Bürgermeister verlangt, stelle eine wesentliche Änderung der Erlaubnis dar, die nicht ohne Vorlage von geänderten Planungsunterlagen prüffähig sei. Insbesondere wären naturschutzfachliche Belange zu prüfen, da die "Erdenkuhle" Lebensraum für geschützte Amphibienarten sei.

Der Fachdienst sehe durchaus die grundsätzliche Möglichkeit, die wasserrechtliche Erlaubnis auf einen Mindestwasserstand abzustellen, der sich nicht wie bisher an dem Niveau des Regenwassereinlaufes orientiert, sondern an der notwendigen Mindestwassertiefe für den Fortbestand der Amphibien. Wenn die Stadt Güsten die erforderlichen Planungsunterlagen einreiche, werde der Salzlandkreis zeitnah entscheiden.

Zander kämpft darum, dass der Bau im April noch beginnt. Es geht um eine 270 000-Euro-Investition - einschließlich Siechstal-Pumpwerk.