An der Spitze der Schiedsstelle gibt es voraussichtlich im Mai einen Wechsel. Denn die langjährige Schiedsperson Uta Klamser beendet ihr Ehrenamt - nach 20 Jahren.

Egeln l Die Schreiben von damals hat sie aufbewahrt. Uta Klamser ist seit zwei Jahrzehnten in Egeln als Schiedsperson tätig. Zum Monatsende verabschiedet sie sich aus der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Schiedsstelle. Der Verbandsgemeinderat dankte ihr am Mittwochabend deutlich für ihren unermüdlichen Einsatz im Rechtssystem.

Dabei war es eher Zufall, dass Uta Klamser in der Schiedsstelle eine Betätigung fand. "Ich war früher oft bei Stadtratssitzungen als Zuschauerin dabei. Irgendwann bin ich mal gefragt worden, ob ich nicht in der Schiedsstelle mitarbeiten will", erinnert sie sich. Als Hausfrau brachte sie die notwendige Zeit für das Ehrenamt auf. Der Bürgermeister dankte ihr seinerzeit für ihren Einsatz, zeigt sie auf ein altes Schreiben.

Die Fälle, die sie in den zwei Jahrzehnten bearbeitete, hat Uta Klamser nicht gezählt. Es seien aber nicht wenige gewesen, blickt sie zurück.

Bei kleinen Streitigkeiten ist die Schiedsstelle für die Streitparteien oftmals Pflicht. Nachbarschaftsstreitigkeiten oder gar kleine Straftatbestände landen auf dem Tisch der Ehrenamtlichen. Bevor sich die Justiz damit beschäftigt, soll in der Schiedsstelle die Chance für einen Kompromiss ausgelotet werden. In Gesprächen versuchen die Schiedspersonen die gegnerischen Parteien zu versöhnen und den Streit zu begraben. Nicht immer gelingt dies. Aber in den Fällen, wo das Verfahren klappt, hat die Schiesstelle nicht nur böses Blut beendet, sondern auch die Justiz entlastet.

Vor allem brauchen die Schiedspersonen große Geduld, wenn sie mit den Streitparteien nach einer Lösung suchen. Geduld hat Uta Klamser reichlich. Als passionierte Jägerin kennt sie das Gefühl stundenlang auf einen Abschuss zu warten. Diese Erfahrung habe ihr bei der Aufgabe in der Schiedsstelle nicht geschadet, gibt sie gern zu. Oft ist es mühsam Streitparteien unter einen Hut zu bekommen, weiß sie. Besonders wenn sich die Fronten verhärtet haben, seien vielen kleine Schritte notwendig.

Eigentlich endete ihre Amtszeit bereits Ende März. Der Verbandsgemeinderat hatte dem zuständigen Amtsgericht in Aschersleben aber noch keine neue Schiedsperson vorgeschlagen.

Am Mittwochabend verständigte sich der Verbandsgemeinderat darauf, zwei Personen für die Schiedsstelle vorzuschlagen. Steffen Angres aus Westeregeln und Sandy Peschke aus Unseburg sollen die Schiedsstelle demnächst besetzen. Steffen Angres wird dabei die Leitung übernehmen. Er bringt nach Angaben des Verbandsgemeindebürgermeisters Michael Stöhr bereits Erfahrung aus der Arbeit in der Schiedsstelle mit. Ernannt werden die Schiedspersonen vom Amtsgericht.