Von Falk Rockmann

Alsleben l Einem beherzten Pärchen aus Bernburg ist es zu verdanken, dass einem Kind womöglich Schlimmes erspart geblieben ist. Ein 24-Jähriger und seine Freundin waren am Sonnabend, gegen 12.30 Uhr, auf der Landesstraße zwischen Sandersleben und Alsleben unterwegs, als sie einen nach ihren Schätzungen zehnjährigen Jungen allein an der Straße entlang laufen sahen. Das Kind nutzte zudem die falsche Straßenseite.

Das Paar nahm sich des Jungen an und informierte das Polizeirevier Salzlandkreis.

Wie die Beamten weiter von den beiden erfuhren, habe der Junge ein starkes Hunger- und Durstgefühl gezeigt, und so nahmen die Autofahrer ihn mit nach Alsleben. Dort kauften sie ihm etwas zu essen und zu trinken, ohne im Nachgang dafür eine Gegenleistung zu erwarten.

In Alsleben wurde auch auf das Eintreffen der Polizei gewartet.

Kurz nach Eintreffen der Polizei stand fest, dass es sich bei dem Jungen um ein aus Hettstedt vermisstes 13-jähriges Kind handelte.

Der Junge war orientierungslos und nur in Hausschuhen unterwegs. "Der Mitteilende und dessen Freundin haben sich bis zur Übergabe des Jungen liebevoll und selbstlos um ihn gekümmert, so dass es ihm körperlich gut ging", erklärte der Diensthabende Polizeioberkommissar Thomas Priepke in einer Pressemitteilung.

Das Kind wurde durch die Polizei zur Mutter zurückgebracht und wohlbehalten übergeben.

"Der Dank der Polizei richtet sich hiermit nochmals an die beiden umsichtigen Bürger", so Thomas Priepke. "Ohne ihre Mithilfe wäre die Suche nach dem Kind nicht so zügig beendet gewesen."

Anzumerken sei in diesem Zusammenhang noch, dass der Junge bis zum Aufgreifen bereits mindestens 15 bis 20 Kilometer zu Fuß auf öffentlichen Straßen zurückgelegt haben muss. Dennoch habe die Polizei nur einen weiteren Anruf einer Frau, welcher der Junge ebenfalls auffiel, erhalten.

"Aus polizeilicher Sicht ist es bedenklich, dass das Interesse und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für solche Sachverhalte offensichtlich gering ist", meint der Polizeioberkommissar. "Die Polizei ist in solchen und ähnlichen Fällen auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen und für jede Hilfe dankbar."