Brumby l Es geht um das Osterfeuer auf dem ehemaligen Sportplatz in Brumby am Ostersonnabend. "Was von Seiten der Stadt auf der Ortschaftsratssitzung behauptet wurde, stimmt nicht", erklärt Friedrich Steinau im Namen der Anlieger des Sportplatzes.

Im Artikel "Osterfeuer bereitet in Brumby Probleme" (Schönebecker Volksstimme vom 28. März/ Staßfurter Volksstimme vom 27. März) wurde Susanne Henschke, Leiterin des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, zitiert: Der Haufen für das Osterfeuer hatte bereits einen Abstand von 100 Metern zu den Häusern am Sportplatz. Dann sei dieser auf Drängen der Anwohner nochmal um 65 Meter versetzt worden, erklärte sie - damit 165 Meter insgesamt. Dennoch hätten Anwohner gegen das Osterfeuer Unterschriften gesammelt. Dass sich die Bürger gegen das Brauchtumsfeuer stellen und die Feuerwehr angefeindet werde, konnte keiner bei der Sitzung verstehen - so der Tenor.

"Wir waren nie gegen das Osterfeuer an sich und haben auch nichts gegen die Feuerwehr", sagt Friedrich Steinau. Es sei den Anwohnern der Üllnitzer Straße nur um einen größeren Sicherheitsabstand gegangen. "Wir hatten Angst, dass unsere Häuser abbrennen." Der Haufen für das Osterfeuer lag anfänglich 65 Meter von den Häusern entfernt und nicht wie in der Ortschaftsratssitzung gesagt bereits 100 Meter. Steinau und seine Nachbarn haben die Länge ausgemessen und auf einer Karte dargestellt.

"Wir haben mit der Feuerwehr gesprochen und hatten einen Termin mit dem Oberbürgermeister, aber wir sind zu keiner Übereinkunft gekommen", sagt er weiter. Nach dem Gespräch im Rathaus am 10. März setzte Friedrich Steinau wieder im Namen der Bürger ein Schreiben auf und forderte die Stadt auf, zu handeln. 100 Meter Sicherheitsabstand müssten zwischen Häusern und Feuer eingehalten werden, meint er. Unter den Gebäuden ist auch eine Scheune mit Luftschlitzen im Mauerwerk. Die Bürger befürchteten einen Brand durch Funken.

"Wir erachten die Arbeit der Feuerwehr Brumby als sehr, sehr wichtig"

"Dem Schreiben haben wir die Unterschriftenliste beigefügt. Aber wie gesagt, es ging nur um einen größeren Abstand des Feuers zu den Häusern, nicht um das Osterfeuer an sich", so Steinau. 15 Anwohner der Üllnitzer Straße hatten unterschrieben.

Die Stadt schreibt am 23. März 2015 zurück (das Schreiben liegt der Redaktion vor), dass man wegen der Einwände der Bürger "die Durchführung des Osterfeuers auf dem ehemaligen Sportplatz Brumby nochmals aus gefahrenabwehrrechtlicher und brandschutzrechtlicher Hinsicht" bewertet habe. Das Osterfeuer werde nun im Abstand von 165 Metern abgebrannt. "Dies ist über dem geforderten Mindestabstand von 100 Metern, zudem ist in der Genehmigung auch festgeschrieben, dass Funkenflug nicht entstehen darf", heißt es weiter.

"Erst dann wurde das Osterfeuer weiter weggesetzt", erklärt Steinau. Und erst dann sei der Haufen vom ersten Standort mit 65 Metern Abstand zu den Häusern ans andere Ende des Sportplatzes mit 165 Meter Abstand gesetzt worden.

Dass die Stadtverwaltung dies völlig falsch interpretiert oder dargestellt hat, sei sehr schade, findet Steinau. Die Bürger habe es sehr verwundert, dass ihre berechtigten Sorgen als Anfeindungen gegen die Wehr ausgelegt worden sind. Der Stolz auf die Kameraden und die Sicherheit seien zwei völlig verschiedene Dinge. Bereits bei der Planung des Osterfeuers hätte man die betroffenen Anlieger mit einbeziehen müssen.

Durch den Zwist sei unnötig schlechte Stimmung im Ort aufgekommen. "Wir erachten die Arbeit der Feuerwehr Brumby als sehr, sehr wichtig und unterstützen die Pflege des Brauchtums Osterfeuer", betont Steinau im Namen aller Anwohner.

Ordnungsamtsleiterin der Stadt Staßfurt Susanne Henschke hingegen sagt: Steinau sei im Gespräch mit dem Oberbürgermeister informiert worden, dass der Ablageplatz zum Osterfeuer sowieso nicht der Abbrennplatz sein sollte. Man habe von jeher vorgehabt, den Haufen weiter hinten abbrennen zu lassen. "Der Haufen sollte sowieso umgesetzt werden", so Henschke. Der Abstand zu den Häusern wäre dann ausreichend gewesen, sagt Henschke. Steinau wiederum meint, der Abstand sei auch nach dem Vorschlag der Stadt in dem Gespräch nicht ausreichend gewesen.