In der Grundschule Vier Jahreszeiten in Egeln gibt es eine Sozialarbeiterin. Das Projekt läuft allerdings im Sommer aus. Die Eltern verlangen jetzt eine Fortsetzung der Sozialarbeit an der Grundschule. Dafür sammeln sie sogar Unterschriften.

Egeln l Von der Deutlichkeit ist Kathrin Schlüter überrascht. Als die Schulsozialarbeiterin den Eltern vor einiger Zeit sagen musste, dass das Programm, in dessen Rahmen sie an der Grundschule Egeln beschäftigt ist, womöglich nicht verlängert werde, wurden die Eltern aktiv. Sie verfassten einen Brief, den die Verbandsgemeinde nun sogar veröffentlichte. In dem Schreiben plädieren die Eltern der Egelner Grundschule für eine Fortsetzung der Sozialarbeit.

Erst vor knapp einem Jahr begann Kathrin Schlüter, angestellt beim Beruflichen Bildungs- und Integrationszentrum e. V. , in der Grundschule. Schnell arbeitete sie sich in den Schulalltag ein. In den Ferien veranstaltete sie Fahrten mit den Kindern und half ihnen, den Schulalltag besser zu meistern.

Täglich arbeitet sie mit den Kindern und zeigt ihnen in spielerisch angelegten Runden auch, worauf es im Leben ankommt. Bis Ende Juli läuft das Programm noch. Ungewiss ist bislang, was danach kommt, sagt sie. Zwar soll es ein Folgeprogramm geben, welches künftig aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert werden soll, schildert sie im Gespräch. Die Anträge für den nahtlosen Übergang seien auch vom Träger längst gestellt. Nur gebe es bislang keine Rückkopplung, was aus den Anträgen werde. Die Sozialarbeiter hängen in der Luft und warteten wie der Träger auf einen Bescheid, schildert sie die Situation. Ungewiss sei ebenfalls, ob alle Schulsozialarbeiter über das neue Programm finanziert werden können. "Wir hängen momentan etwas in der Luft", sagt sie.

Um die Bedeutung der Sozialarbeiterin zu betonen, haben die Eltern jetzt den Brief geschrieben, den die Verbandsgemeinde veröffentlicht hat. Darin heißt es: "Unsere Grundschule braucht eine kontinuierliche, auf Vertrauen basierende Schulsozialarbeit. Diese Anlaufstelle und die von ihr entwickelten Strukturen dürfen den Schülern, Eltern und Lehrern nicht genommen werden, Kontinuität und Nachhaltigkeit hat bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen Vorrang und ist eine notwendige Grundlage! Das Erlernen sozialer Kompetenz ist ein wichtiger Teil von Bildung."

Grundsätzlich unterstützt ebenso Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr die Initiative der Eltern. Unterschriften, erzählt er, sammeln die Eltern bereits an der Schule, um zu zeigen, dass das Interesse an der Schulsozialarbeit groß ist. "Ich kann die Initiative nur begrüßen", stellt sich der Verbandsgemeindebürgermeister hinter die Eltern.

In knapp einem Jahr ist die Sozialarbeiterin zu einem festen Bestandteil des Schulalltags geworden. "Die Schulsozialarbeiterin an unserer Grundschule ist für unsere Schüler die Adresse für die soziale Seite ihres Schüler-Seins, ihr unparteiischer Vermittler. Wir brauchen den Spezialisten für womöglich bedrohliche außerschulische Lebensumstände, das Klima in Schule und Klasse, Konflikte, soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen, Integration trotz eventuell erwartungswidriger, unverständlicher Verhaltensweisen", schreiben die Eltern in ihrem Brief.

Gern würde Kathrin Schlüter auch weiter in der Egelner Grundschule arbeiten, schildert sie. Die Arbeit mit den Kindern mache ihr sehr viel Spaß. Doch die Ungewissheit, ob es im August die Stelle noch gebe, nage an ihr. Trotzdem mache sie weiter und stelle sich auch den Kindergärten im Einzugsbereich der Grundschule vor. Damit wissen auch künftige Grundschüler, dass es eine Anlaufstelle für Probleme in der Schule gibt. In der Sekundarschule, die ebenfalls im gleichen Schulhaus untergebracht ist, gibt es ebenfalls eine Sozialarbeiterin. Regelmäßig sprechen sich die beiden Sozialarbeiterinnen ab, sagt Kathrin Schlüter. Die Zusammenarbeit mit der Kollegin in der Sekundarschule sei ausgezeichnet und produktiv, will sie noch viele Jahre an der Schule tätig sein.